Das Konzept mit Sollbruchstellen, um im Krisenfall einzelne, nicht systemrelevante Teile einer Bank pleite gehen zu lassen, ist für Kielholz, der auch als Verwaltungsratspräsident des Rückversicherers Swiss Re amtiert, nicht umsetzbar: "Das müssen wir vergessen", sagte er in einem Interview mit der "SonntagsZeitung".

Die schweizerischen Teile einer Bank privilegiert behandeln, die ausländischen ihrem Schicksal überlassen: Für Kielholz wäre das "ein Sündefall." Die Schweiz müsste dann mit Retorsionsmassnahmen ausländischer Regulatoren rechnen. Diese könnten etwa Dividenden, die vom Ausland in die Schweiz fliessen, zurückbehalten.

Bei der Diskussion der "Too big to fail"-Problematik geht es laut Kielholz im Kern um die Frage, ob die Schweiz ein geeigneter Standort für globale Unternehmen bleiben wolle. Laute die Anwort nein, würden grosse Finanzkonzerne nur noch in den USA, in China oder in Japan beheimatet sein. Das wäre "eine unerfreuliche Tatsache für die Schweiz und für Europa", sagte Kielholz.

Im Interview verteidigte er zudem die Bonus-Zahlungen der Credit Suisse und warnte vor der "Abzocker-Initiative": "Das schweizerische Gesellschaftsrecht überlässt es weitgehend den Eigentümern eines Unternehmens, wie sie ihre Firma führen wollen. Dies hat der Schweiz viel Nutzen gebracht. Das gefährdet man jetzt, weil man eine Wut im Bauch hat."