Wirtschaft
CS führt «Bonus-Bonus» ein - Chef Brady Dougan kann Gehalt verdoppeln

Die Credit Suisse führt ein «Bonus-Bonus»-System ein: Das ist in einer unbeachteten Fussnote im Geschäftsbericht zu finden. Für Konzernchef Brady Dougan nur ein Vorteil: Er kann so bis zu 14,5 Millionen Franken verdienen.

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Brady Dougan, CEO der Credit Suisse

Brady Dougan, CEO der Credit Suisse

Keystone

Bei der Credit Suisse ist für Top-Leute neu ein „Bonus auf den Bonus" möglich.

Gemäss der Zeitung «Schweiz am Sonntag» gibt es eine brisante, bisher unbeachtete Fussnote im Geschäftsbericht. Diese kann für CEO Brady Dougan massiv einschenken.

So heisst es im Vergütungsbericht wörtlich: «Zudem kann der Gesamtwert der Barvergütung ohne Verfügungsbeschränkung sowie der STI- und LTI-Awards um bis zu 20% nach oben oder nach unten angepasst werden».

So nennt die CS die drei für Konzernleitungsmitglieder zugeschnittenen Bonusprogramme. Pikant ist, dass sich diese Anpassungen offenbar nicht an objektiven Kennziffern oder Leistungskriterien orientieren, sondern vollständig im «Ermessen des Compensation Committee» liegen.

Diesem Vergütungsausschuss des Verwaltungsrats gehören unter anderen CS-Urgestein Walter Kielholz sowie die Schweizer Starprofessorin an der Harvard-Universität, Iris Bohnet, an.

Gehalt verdoppeln

Das Organ kann laut «Schweiz am Sonntag» am Ende des Jahres 2013 entscheiden, ob es Brady Dougan und den 12 anderen GL-Mitgliedern nochmals einen Bonus auf den Bonus ausschütten will.

Tut es dies, erhöht sich die variable Entschädigung bei Dougan im besten Fall von 10 auf 12 Millionen Franken. Die Gesamtkompensation des CS-Konzernchefs klettert damit auf 14,5 Millionen Franken.

Dougan kann somit sein Gehalt im laufenden Geschäftsjahr gegenüber 2012 glatt verdoppeln.

Freilich liegt es auch im Ermessen des Komitees, ob es den Bonus von 10 auf 8 Millionen Franken senken will. Diese Bonus-Bonus-Regelung ist neu. Sie kommt im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 noch nicht zur Anwendung. (sha)

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