Irina Kisseloff

Einerseits steht nun fest, wie hoch seine Vergütung für 2009 ausfällt: Es sind 19,2 Millionen Franken, 1,3 Millionen als Basissalär und 17,9 Millionen, deren Auszahlung aufgeschoben wird. Im Jahr davor waren es noch 2,9 Millionen. Andererseits läuft am nächsten Mittwoch das Vergütungsprogramm PIP (Performance Incentive Plan) aus.

Das vom damaligen CS-Chef (und heutigen UBS-CEO) Oswald Grübel Ende 2004 verkündete Programm sollte in den für die CS schwierigen Zeiten Schlüsselmitarbeiter langfristig binden. Die «Financial Times» schätzte letzten Herbst, dass Dougan aus dem aktienbasierten PIP 43,2 Millionen Franken erhalten wird. Zum aktuellen, etwas tieferen, Aktienkurs dürften es rund 40 Millionen sein. Das macht zusammen knapp 60 Millionen Franken.

Novartis-Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella mit seinen rekordhohen 42 Millionen Franken für 2009 wird damit zum Waisenknaben. Franz Humer, der Verwaltungsratspräsident von Roche, landet mit 16,4 Millionen Franken weit abgeschlagen. Wann die CS die genaue Zahlung aus dem PIP an Dougan bekannt gibt, steht laut einem CS-Sprecher noch nicht fest. Klar ist, dass das Programm am 31. März ausläuft.

Die Bank hat letztes Jahr 6,7 Milliarden Franken Gewinn gemacht. Insgesamt vergütet die Credit Suisse den Mitgliedern der Geschäftsleitung dafür 148,9 Millionen Franken. 90 Prozent davon werden nicht sofort ausbezahlt und hängen vom künftigen Verlauf der CS-Aktie ab. Im Detail bekannt ist nur die Vergütung von Brady Dougan. Teilt man jedoch die Lohnsumme durch die 13 Personen der Geschäftsleitung 2009, ergeben sich 11,5 Millionen Franken pro Nase. Eigentlich hätte das Compensation Committee, das aus VR-Mitgliedern besteht, 20 Millionen Franken mehr für alle vorgesehen. Doch die Geschäftsleitung hat beschlossen, diese Summe an diverse Wohltätigkeitsorganisationen zu spenden. Welche berücksichtigt werden, ist laut einem CS-Sprecher (noch) nicht bekannt. Diese «Salärspende» sei aber eine so bisher nie da gewesene Sache.

Vergütungen entsprechen Richtlinien

Transparent gemacht werden die Saläre des Verwaltungsrates. Spitzenverdiener sind hier VR-Präsident Hans-Ulrich Doerig mit 6,5 Millionen Franken und VR-Mitglied Walter Kielholz mit 5,3 Millionen Franken. Insgesamt erhalten die 15 Mitglieder des Verwaltungsrates 22,3 Millionen Franken.

All diese Zahlen und Vergütungsprogramme erläutert die Credit Suisse auf 25 Seiten des 524 Seiten starken Jahresberichts. Für den Laien bleibt sehr hoch, was da verteilt wird. Doch die Credit Suisse ist damit im Rahmen des derzeit Erlaubten. Die Grossbank passte letztes Jahrals erstes Finanzinstitut das Vergütungsmodell den Richtlinien der führenden Wirtschaftsmächte G-20 an. Auch den neuen Richtlinien der Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma entsprechen die Modelle. Eine Massnahme: Die Mitglieder der Geschäftsleitung erhalten ihre Boni für 2009 nicht sofort ausgeschüttet. Sie müssen dafür innerhalb der nächsten Jahre bestimmte Ziele erreichen. Die Boni können auch an Wert verlieren. Konkurrentin UBS hat ähnliche Programme. Für die 13-köpfige UBS-Geschäftsleitung sind nach einem Jahresverlust von 2,7 Milliarden 68,7 Millionen Franken an Vergütungen vorgesehen.