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Credit Suisse mit Milliardenverlust – Abbau von weiteren 5500 Stellen geplant

Weiterhin unter Druck: Die Credit Suisse hat unter der Führung von Tidjane Thiam auch im dritten Quartal noch nicht zurück auf die Erfolgsstrasse gefunden. (Archiv)

Weiterhin unter Druck: Die Credit Suisse hat unter der Führung von Tidjane Thiam auch im dritten Quartal noch nicht zurück auf die Erfolgsstrasse gefunden. (Archiv)

Die Credit Suisse schreibt einen Verlust von 2,44 Mrd. Franken. Hauptgrund für die erneut tiefroten Jahreszahlen sind Sonderkosten wie die Milliardenbusse im US-Hypothekenstreit. Nun sollen weitere 5500 Stellen gestrichen werden.

Die Credit Suisse weist für das Jahr 2016 einen Verlust von 2,44 Milliarden Franken aus. Hauptgrund für die erneut tiefroten Jahreszahlen sind Sonderkosten. Aber auch geschäftlich lief es der Grossbank nicht rund.

Der US-Hypothekenstreit hat das Jahresergebnis der Credit Suisse am stärksten belastet. So musste die Grossbank im vierten Quartal rund 2 Milliarden Dollar für ihre Tricksereien mit US-Hypotheken zurückstellen. Aber auch der Umbau der Bank hat zusätzliche Kosten im Umfang von 540 Millionen Franken verursacht, wie die Bank am Dienstag mitteilte.

Credit Suisse mit Milliardenverlust: CEO Tidjane Thiam im Interview

Credit Suisse mit Milliardenverlust: CEO Tidjane Thiam im Interview

Zürich – 14.02.2017 - CEO Tidjane Thiam erklärt im Interview den Verlust und zeigt auf, wie es mit dem Stellenabbau weitergeht

2015 hatte die Credit Suisse mit einem Minus von 2,94 Milliarden Franken einen noch höheren Verlust geschrieben. Damals war es vor allem eine Wertberichtigung, die der Grossbank das Ergebnis verhagelt hatte. Geschäftlich war die Bank 2015 jedoch besser unterwegs.

So wies die Credit Suisse für 2015 einen bereinigten Vorsteuergewinn von 4,2 Milliarden Franken aus. Für 2016 fällt er mit 615 Millionen Franken deutlich tiefer aus. Schlechter abgeschnitten als im Vorjahr haben dabei vor allem die Investmentbank und das Vermögensverwaltungsgeschäft in der Region Asien/Pazifik.

Zulegen konnte dagegen die Credit Suisse im Geschäft in der Schweiz und in der Internationalen Vermögensverwaltung.

Beraterstellen gestrichen

Die Bank hat im letzten Jahr 7250 Vollzeitstellen abgebaut. In diesem Jahr sollen weitere 5500 folgen. Abgebaut werden die Stellen jedoch nicht primär in der Bank selbst, sondern indem die Bank die Zusammenarbeit mit externen Firmen und Mitarbeitern aufkündigt.

Die Credit Suisse hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2016 die Kosten um mindestens 1,4 Milliarden Franken und bis 2018 um über 4,2 Milliarden Franken gegenüber dem Aufwand von 2015 zu senken. Für das Jahr 2016 hat die Bank ihr Ziel deutlich übertroffen. Mit Kosteneinsparungen von 1,9 Milliarden Franken hat sie sogar schon fast die Hälfte des gesamten Weges zurückgelegt.

Das hat sich auch auf den Abbau von Stellen ausgewirkt. Statt wie ursprünglich angegeben 6000 hat die Bank im vergangenen Jahr 7250 Vollzeitstellen gestrichen. Dabei zählt die Bank auch den Abbau bei Auftragnehmern und Beratern dazu. Da hat denn auch der Grossteil des Abbaus stattgefunden. Die Bank selbst weist nämlich Ende 2016 mit 47'170 einen nur um rund 1000 Stellen tieferen Stellenbestand aus als Ende 2015.

Der Stellenabbau geht auch 2017 weiter. Gemäss den Präsentationsunterlagen sollen im laufenden Jahr weitere 5500 Stellen verschwinden, wobei es vermutlich wiederum vor allem externe Angestellte trifft.

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