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Credit Suisse fiebert der Ernte entgegen – Vorfreude der Investoren hält sich in Grenzen

Will ihre Kostenbasis weiter senken: Grossbank Credit Suisse.

Will ihre Kostenbasis weiter senken: Grossbank Credit Suisse.

Die Credit Suisse hat im dritten Quartal des Jahres die Erfolge des dreijährigen Konzernumbaus bestätigt. Bei den Investoren überwog dennoch die Enttäuschung. Im Handelsgeschäft hat die Bank ein schwaches Ergebnis abgeliefert und die leisen Hoffnungen der Anleger auf eine weitere positive Überraschung nicht erfüllt.

Der Aktienkurs gab deutlich nach. Die Titel notierten über den ganzen Tag hinweg deutlich in der Minuszone. Sie verkehrten zeitweise nahe des Zweijahrestiefs, das sie vor Wochenfrist im Zug der von vielen Analysten nach unten revidierten Gewinnprognosen erreicht hatten.

Finanzchef David Mathers zeigte sich auf einer Medienkonferenz in Zürich dennoch «sehr zufrieden» mit dem erreichten Leistungsniveau der Bank. Im Berichtsquartal ist der Gewinn im Vorjahresvergleich um drei Viertel auf 424 Millionen Franken hochgeschnellt und in den ersten neun Monaten des Jahres liegt der Finanzkonzern mit einem Gewinn von 1,8 Milliarden Franken immerhin 54 Prozent über Vorjahr.

Doch das gute Resultat im jüngsten Dreimonatsabschnitt ist, mehr noch als in den vorausgegangenen Quartalen, das Ergebnis einer nochmals gesenkten Kostenbasis. Die Erträge in den Divisionen kamen hingegen teilweise deutlich unter jene des Vorjahresquartals zu stehen. Am deutlichsten war dies im Handelsgeschäft der Fall.

Das Marktumfeld sei schwierig gewesen, liess sich der an der Präsentation abwesende CEO Tidjane Thiam in der Medienmitteilung zitieren. Im Handel mit Anleihen gingen die Einnahmen um 27 Prozent zurück. Damit schnitt die Credit Suisse deutlich schlechter ab als ihre grossen Konkurrenten an der Wall Street. Mathers erklärte die enttäuschende Leistung auch mit den fortgesetzten Restrukturierungsarbeiten in der Handelsdivision «Global Markets».

Hohe Resultatsschwankungen

Der Umbau dieser Einheit sei später als in den anderen Divisionen in Angriff genommen worden und zeige deshalb noch negative Auswirkungen auf das Geschäft. Global Markets hat im Berichtsquartal einen Verlust von knapp 100 Millionen Franken eingefahren.

Im Neunmonatsvergleich bleibt das Handelsgeschäft aber in den schwarzen Zahlen und Mathers zeigte sich überzeugt, dass die für ihre hohen Resultatsschwankungen berüchtigte Sparte durch den Umbau eine viel bessere Widerstandsfähigkeit gegen Marktverwerfungen erhalten habe.

Auch das Asien-Geschäft erweist sich als verletzlich. Thiam hatte es mit Blick auf seine strategische Bedeutung vor drei Jahren zu einer eigenen Division erhoben. Im Vorjahresvergleich gingen die Einnahmen dieser Einheit im Quartal um 9 Prozent und der Vorsteuergewinn sogar um 16 Prozent zurück. Deutlich besser hielten sich das Schweizer Brot-und-Butter-Geschäft mit Privat- und Unternehmenskunden wie auch die internationale Vermögensverwaltungs-Division.

Über den Erwartungen der Investoren blieben derweil die Bemühungen des Konzerns, die Kosten weiter nach unten zu bringen. Mathers sprach vom Quartal mit dem niedrigsten Kostenniveau der vergangenen fünf Jahre. In puncto Kosten wird die Credit Suisse auch Ende Jahr brillieren, wenn der Konzern die Bilanz nach drei Jahren Restrukturierung ziehen wird.

Im Oktober 2015, als Thiam die Werbetrommel für eine dringend benötigte Kapitalerhöhung rühren musste und einen ehrgeizigen Dreijahresplan aufstellte, hatte der CEO den Aktionären eine Senkung der Kostenbasis um 2 Milliarden Franken versprochen.

Rückbau von Altlasten

Daraus ist nun rund das Doppelte geworden. Auch beim Rückbau der Altlasten kommt der Konzern schneller voran als ursprünglich gedacht. Wenn die interne «Bad Bank», in der die zur Abwicklung vorgesehenen Geschäfte zusammengefasst sind, im nächsten Jahr aufgelöst wird und die Kosten auf die operativen Divisionen aufgeteilt werden, dürfte diese nach Mathers Prognose das Gesamtergebnis der Bank nur noch mit rund 500 Millionen Franken belasten.

In den schlimmsten Zeiten belief sich die Belastung noch auf mehrere Milliarden. Thiam wird auch deshalb Ende Jahr erstmals einen soliden Milliardengewinn präsentieren können.

Doch den grossen Reibach erwartet die Grossbank erst im Jahr darauf, wenn die Früchte der tieferen Kostenbasis geerntet werden sollen. Die Vorfreude der Investoren hält sich derweil aber in engen Grenzen, wie der gestern nachgebende Börsenkurs zeigte.

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