Die Abu Dhabi Commercial Bank (ADCB) investierte 2006 und 2007 stark in Anlagevehikel, die mit Beginn der Finanzkrise 2007 vor allem hohe Verluste generierten.

Jetzt klagt ADCB gegen ihre Geschäftspartner Credit Suisse und Standard and Poor's (S&P), die Rating-Agentur, welche die risikoreichen Anlagen bewertete. Dies berichtet «The National».

Die Golf-Bank beschuldigt Credit Suisse und S&P, die damalige Restrukturierung des in Schieflage geratenen Investmentvehikels «Stanfield Victoria» als sicher angepriesen zu haben. Das sei jedoch nicht der Fall gewesen.

ADCB habe in jenes Investment zwischen 2006 und 2007 etwa 40 Millionen Dollar gesteckt. Für die Restrukturierung hätten die Schweizer nicht mit offenen Karten gespielt und einen Interessenskonflikt verschwiegen. Dabei geht es unter anderem um ein Investment namens «Farmington», das wiederum auf Hochrisikopapieren basierte. Zudem habe die Rating-Firma Standard & Poor's die der Restrukturierung zugrunde liegenden Papiere falsch bewertet.

Credit Suisse habe «irreführende Informationen» zur Verfügung gestellt, als die Bank das Farmington-Investment strukturierte, vermarktete und verkaufte.

ADCB' CEO Ala'a Eraiqat meinte, er klage im Interesse der Eigentümer, um die Bank vor Verlusten zu schützen. Bei der Abu Dhabi Commercial Bank geht man von einem möglichen Schaden um 70 Millionen Dollar aus.

Credit Suisse und Standard and Poor's wollten sich zum Gerichtsfall gegenüber der Presse nicht äussern.