Die Geschäfte der CPH Chemie und Papier Holding AG entsprachen im ersten Semester den hohen Erwartungen. Die Umsätze legten in allen Unternehmenssparten zu und das Gruppenergebnis fiel im Vorjahresvergleich um mehr als ein Fünftel höher aus (siehe Tabelle). «Wir sind schon Anfang Jahr davon ausgegangen, dass sich das Wachstum in der ersten Hälfte fortsetzt. Die zweite Jahreshälfte wird aber herausfordernder. Für das ganze Jahr erwarten wir ein ähnliches Ergebnis wie 2018», sagt CEO Peter Schildknecht.

Im vergangenen Jahr schaute ein Reingewinn von 42 Millionen Franken heraus. Das Zwischenergebnis von Ende Juni dieses Jahres wertet er als «sehr gut». Es handle sich um das beste seit der Börsenkotierung im Jahre 2001. Die CPH-Aktie legte denn auch am Freitag an der Börse um 2,4 Prozent zu.

Papiergeschäft: Aussichten trüben sich ein

Dass die CPH-Gruppe nun einen Gang zurückschalten muss, ist in erster Linie auf die Verschärfung an den europäischen Papiermärkten zurückzuführen. Sie dürfte beim international tätigen Unternehmen mit Sitz in Perlen Bremsspuren hinterlassen.

Weil Angebot und Nachfrage im Zeitungspapiergeschäft zu Jahresbeginn in einem recht ausgewogenen Verhältnis zueinanderstanden, war CPH in der Lage, weitere Preiserhöhungen durchzusetzen. Der Gewinnsprung belief sich denn auch auf beachtliche 28 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte gerät der letzte verbliebene Pressepapierhersteller der Schweiz aber wieder vermehrt unter Druck. Denn die Nachfrage sinkt wegen der Krise im Printzeitungsmarkt weiter. Als Folge davon steigen die Überkapazitäten europaweit wieder und die Preise dürften erneut nach unten tendieren. Einiges wird auch davon abhängen, wie sich das Verhältnis zwischen Franken und Euro weiterentwickelt (aktuell kostet 1 Euro rund 1.10 Franken), denn die Papiersparte exportiert rund 80 Prozent ihrer Produkte in Länder mit der europäischen Einheitswährung. Schildknecht: «In den vergangenen Jahren gelang es uns, den Kostenanteil in Schweizer Franken von 70 auf 40 Prozent zu reduzieren. Trotzdem bleibt die Währungsabhängigkeit vom Euro gross.» In der Papierproduktion beschäftigt die CPH-Gruppe 369 Personen in Perlen, ihr Maschinenpark gilt als der modernste Europas. Der Anteil der Sparte am Gruppenumsatz liegt bei 55 Prozent.

Im Bildschirm-Markt Fuss gefasst

Ein Durchbruch ist der Unternehmensgruppe im Verpackungsbereich gelungen. Denn für ihr Beschichtungswerk in Suzhou erhielt sie die Produktlizenzen für die Volksrepublik China. Bisher mussten die Medikamente-Blisterfolien für den stark wachsenden Markt aus der Schweiz geliefert werden, in Suzhou wurden sie für den übrigen asiatischen Markt hergestellt. «Wir sind nun in der Lage, unsere Pharmakunden in China auch von dort aus zu beliefern. So lassen sich Kosten für die Logistik und Herstellung sparen», sagt CEO Schildknecht. Mit dem neuen Schneid- und Logistikcenter in Brasilien gelang es zudem, die Marktstellung und den Umsatz in Lateinamerika überdurchschnittlich zu steigern. Der Betriebsgewinn in der Verpackungssparte legte um 4,4 Prozent zu.

In der Chemiesparte stieg die Nachfrage nach Molekularsieben weiter. Sie werden zur Reinigung von Erdgas und Ethanol sowie zur Sauerstoff-Aufkonzentration eingesetzt. Das Werk in Rüti hat zudem Fuss gefasst im Markt mit den OLED-Bildschirmen. Sie bieten bessere Farben sowie Kontraste und kommen in der Unterhaltungsindustrie, bei Smartphones und medizinischen Geräten zum Einsatz. Operativ ist die Chemie-Sparte zwar gewachsen, doch weil im Vorjahr höhere übrige Erträge angefallen waren, sank der Betriebsgewinn um mehr als 10 Prozent.