Loosli

«Coop ist ja nicht blöd»

Hansueli Loosli, Vorsitzender der Geschaeftsleitung, spricht an der Bilanzmedienkonferenz. © Melanie Duchene/EQ Images

«Coop ist ja nicht blöd»

Hansueli Loosli, Vorsitzender der Geschaeftsleitung, spricht an der Bilanzmedienkonferenz. © Melanie Duchene/EQ Images

Coop hat gegenüber Migros dei Nase klar vor. Das soll auch dieses Jahr so bleiben. Punkten will Coop-Chef Hansueli Loosli 2010 unter anderen mit neuen Quartierläden.

Ruedi Mäder

Coop als Nummer zwei im Detailhandel peilt 2010 ein Wachstum von mindestens 1 Prozent an und will gegen 1 Milliarde Franken investieren. Dies hat CEO Hansueli Loosli an der Jahresmedienkonferenz in Muttenz angekündigt. In den ersten sechs Wochen kletterte der Umsatz um 2 Prozent.

Marktanteile: Loosli und seine Mitstreiter haben 2009 als «erfreulich» verbucht (vgl. Bericht vom 6. Januar). Der Marktanteil der Gruppe kletterte vor allem dank Fortschritten im Nahrungsmittelgeschäft von 17,0 auf 17,2 Prozent. Bisher hatte Coop in rezessiven Phasen jeweils Terrain verloren. Die Preissenkungen kosteten 130 Millionen Franken. Wegen Aldi und Lidl habe man «nichts Negatives gespürt», resümierte Loosli.

Gewinnzunahme: Bei einem 2 Prozent höheren Umsatz von knapp 19 Milliarden resultierte unter dem Strich ein 10 Prozent höherer Reingewinn von 430 Millionen Franken. Mehr als 2 Milliarden Franken wurden investiert. Allein 1,3 Milliarden steckte Coop in Transgourmet, jene Grosshandelsfirma, die gemeinsam mit der Kölner Rewe bis nach Moskau betrieben wird. Der Eigenkapitalanteil blieb stabil bei soliden 44 Prozent.

Quartierläden: Im Kerngeschäft Retail will Coop verstärkt in kleine und mittlere Verkaufsstellen (Stichwort Quartierläden) investieren – einerseits durch Umbauten bestehender Filialen, andererseits durch die Erschliessung neuer Standorte. Das dichte Filialnetz ist bereits heute einer von Looslis Pluspunkte. Coop hat 816 Filialen, deutlich mehr als Migros mit 540. Retail-Chef Philipp Wyss will zudem Frischprodukte weiter «pushen» und namentlich im Fleischbereich mehr Bedientheken einrichten.

Expansion: Zu jenen Verkaufsformaten, mit denen sich Coop noch stärker breitmachen will, zählen in erster Linie die Apothekenkette Vitality, die Pronto-Convenience-Shops sowie die Heimwerkerschiene (Bau + Hobby); hier sucht man den Erfolg mit einem neuen, kleineren Ladenformat. Auch die Unterhaltungs-Elektronikkette Interdiscount will zusätzliche Filialen platzieren und ihr 40-Jahr-Jubiläum aggressiv vermarkten – «auch Coop ist ja nicht blöd», flachste Konzernchef Loosli in Anspielung auf den Werbeslogan von Rivalin Media Markt. Der bisherige Interdiscount-Leiter und neue Trading-Chef Joos Sutter erwartet 2010 eine weitere Verbilligung der Unterhaltungselektronik von durchschnittlich 4 bis 6 Prozent, nach gut 11 Prozent im Vorjahr.

Köpfe: Ende 2009 zählte Coop 53000 Beschäftigte, rund 900 weniger als im Vorjahr. Demgegenüber stieg die Zahl der Lernenden um 40 auf gut 3000. Mehr als 2,54 Millionen Schweizer waren Ende Jahr als Coop-Genossenschafter registriert, das entspricht einem Rückgang um 18000. Die siebenköpfige Geschäftsleitung wurde mit 4,2 Millionen Franken entschädigt (6 Mitglieder für ein ganzes Jahr, ein Mitglied für 7 Monate). Darin nicht eingerechnet: ein erfolgsabhängiger Bonus von maximal 20 Prozent der Bruttolöhne.

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