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Coop erhöht Löhne unterschiedlich - Mehr Mindestlohn

Mehr Lohn, aber nicht für alle (Archiv)

Mehr Lohn, aber nicht für alle (Archiv)

Coop erhöht die Lohnsumme für 2010 um 0,75 Prozent. Dabei werden die niedrigeren Lohnklassen bevorzugt, höhere müssen dagegen verzichten. Der Mindestlohn wird um 100 Franken angehoben.

Der Grossverteiler gab den Abschluss der Lohnverhandlungen mit den Personalverbänden bekannt.

Gemäss einer Mitteilung von Coop sind die Erhöhungen unterschiedlich ausgestaltet. Generell 40 Franken mehr pro Monat erhalten alle Mitarbeitenden mit einem Bruttomonatslohn von bis zu 4499 Franken. Bei einem Monatslohn zwischen 4500 und 5999 Franken gibts individuelle Lohnerhöhungen von maximal 0,75 Prozent.

Die Erhöhungen gelten bei einem Eintritt vor Anfang Juli 2009. Mitarbeitende mit einem Lohn ab 6000 Franken sowie solche in den Managementstufen gehen aber zu Gunsten der niedrigeren Lohnklassen leer aus. Coop verfolge mit dem Abschluss "erneut die konsequente Anhebung der tieferen Lohnsegmente", heisst es in der Mitteilung.

Um 100 auf 3700 Franken angehoben wird der Mindestlohn für Angelernte. Um je 100 Franken höher sind mit 3800 respektive 4000 Franken auch die im Gesamtarbeitsvertrag (GAV) fixierten Referenzlöhne bei zwei- und dreijähriger Grundbildung. Unverändert bei 4100 Franken bleibt jener bei vierjähriger Grundbildung.

Den Stundenlohn für GAV-Mitarbeitende erhöht Coop von 20.30 auf neu 20.80 Franken. Laut Coop-Mediensprecher Nicolas Schmied steigt die Gesamtlohnsumme mit dem Lohnabschluss um 0,75 Prozent. Etwa die Hälfte der Beschäftigten erhalte nächstes Jahr eine Lohnerhöhung; derzeit beschäftigt Coop rund 54'000 Personen.

Die am Abschluss beteiligten Personalverbände würdigten diesen durchwegs positiv. Trotz Wirtschaftskrise hebe Coop die Löhne an und trage so zur Krisenbekämpfung bei, teilten die Gewerkschaften Unia und Syna mit. Coop komme trotz hohem Wettbewerbsdruck seiner Verantwortung als sozialer Arbeitgeber nach, hielt KV Schweiz fest.

Gemäss der Unia leistet Coop einen Beitrag zur Stärkung der Kaufkraft und damit zur Krisenbekämpfung; das sei eine "Aufforderung an alle anderen Unternehmen, ebenfalls wirtschaftspolitische Verantwortung zu übernehmen".

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