Grossverteiler

Coop 2009 mit mehr Gewinn bei stabilem Umsatz

Ein zufriedener Coop-Chef an der Medienkonferenz

Ein zufriedener Coop-Chef an der Medienkonferenz

Die Krise hat Coop 2009 wenig anhaben können: Umsatz, Gewinn und Marktanteile stiegen - obschon die Jahresteuerung negativ war und Coop die Preise des Sortiments weiter senkte. Coop-Chef Hansueli Loosli führt das erfreuliche Ergebnis auf mehr Effizienz zurück.

Der neue Rekord-Jahresgewinn von 430 Mio. Fr. bedeutet ein Plus von 10,3 Prozent gegenüber 2008. Dies gelang mit einem fast stabilen Detailumsatz von 18,15 Mrd. Franken. Geholfen hat das um 58 Mio. Fr. verbesserte Finanzergebnis, speziell der Wertschriftenerfolg, wie Loosli an der Bilanzmedienkonferenz in Muttenz sagte.

Das Gewinnwachstum ist indes zu relativieren, hat doch das Coop-Jahresergebnis seit 2005 jedes Jahr um genau 40 Mio. Fr. zugelegt - unbeeindruckt von Konjunktur oder Grossaquisitionen. So ist es auch 2009 wieder geglättet, namentlich durch Goodwill-Abschreibungen von 384 (2008: 215) Mio. Franken. Sachabschreibungen seien hingegen fix, hiess es.

Stolz erklärte Loosli den Erfolg mit gesteigerter Produktivität, auf Arbeitsstunden umgerechnet um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu Buche geschlagen hätten Synergien aus den Übernahmen von Fust und Carrefour, eine Automatisierung des Bestellwesens sowie eine neue Logistikstrategie.

Mit diesen Effizienzsteigerungen sei Coop "für die europäische Konkurrenz bereit". Den Ausbau der deutschen Harddiscounter Aldi und Lidl kommentierte er mit: "Konkurrenz belebt das Geschäft - wir nehmen das sportlich." Zur Verbesserung der Einstandspreise hat Coop schon früher grosse internationale Einkaufsverbünde geschnürt.

An der Preisfront tobt die Schlacht weiter: 1600 Artikel sind im letzten Jahr verbilligt worden, darunter 600 Markenartikel. Das hat insgesamt 130 Mio. Fr. gekostet, grossteils zulasten der eigenen Marge.

34 Mio. Fr. (8,1%) gespart hat Coop derweil bei der Werbung - vor allem bei der eigenen Zeitung und am Fernsehen. Nicht gespart wurde beim Personal: Die Zahl der Angestellten sank leicht auf 52'974, jene der Vollstellen stieg um 6,3 Prozent auf 44'154. Die Lohnsumme nahm 3,25 Prozent zu, der Personalaufwand 5,2 Prozent.

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