Versicherungen
Comparis warnt vor grossen Preisunterschieden bei Hausrat- und Privathaftpflichtversicherungen

Die Prämien für Hausrat- und Privathaftpflichtversicherungen liegen im Vergleich verschiedener Anbieter teils fast 60 Prozent auseinander. Das zeigt eine Analyse des Vergleichsdienstes Comparis.

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Konsumenten sollen sich laut Comparis von Hausrat- und Privathaftpflichtversicherungen im Doppelpack nicht blenden lassen. (Symbolbild)

Konsumenten sollen sich laut Comparis von Hausrat- und Privathaftpflichtversicherungen im Doppelpack nicht blenden lassen. (Symbolbild)

Keystone

(sre) Hausrat- und Privathaftpflichtversicherungen werden von den Versicherern oft im Doppelpack angeboten. Gewisse bieten auch einen Kombirabatt an. Der Vergleichsdienst Comparis warnt jedoch von nur scheinbar günstigeren Angeboten. Konsumenten sollen sich von diesen nicht blenden lassen, heisst es in einer Medienmitteilung. «Wer die beiden Versicherungen als Paket abschliesst, zahlt mitunter fast 60 Prozent mehr als bei Einzelversicherungen – bei mehrheitlich vergleichbaren Versicherungsleistungen», sagt Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp.

Wie Comparis mitteilt, beträgt die günstigste Prämie für einen Singlehausrat mit einer Hausratversicherungssumme von 80’000 Franken bei Smile Direct 167,90 Franken. Die günstigste Privathaftpflichtversicherung (Deckungssumme: 5 Millionen Franken) gibt es bei Mobiliar für 116,10 Franken. Das Paket kostet somit 284 Franken.

Comparis analysierte insgesamt elf Anbietern von Hausrat- und Privathaftpflichtversicherungen.

Comparis analysierte insgesamt elf Anbietern von Hausrat- und Privathaftpflichtversicherungen.

HO

Zum Vergleich: Zürich Versicherung verlangt für beide Versicherungen zusammen eine Prämie von 431,60 Franken. Das ist ein Unterschied von 52 Prozent oder 147,60 Franken. Interessant: Sogar das günstigste Kombiangebot (Smile Direct) ist mit 287,50 Franken leicht teurer. Das zeigt die Analyse von Comparis von insgesamt elf Anbietern von Hausrat- und Privathaftpflichtversicherungen.

Bei Kombirabatten genau hinschauen

Gewisse Versicherer locken mit einem Kombirabatt bei Abschluss sowohl einer Hausrat- als auch einer Privathaftpflichtversicherung. Die Vaudoise gewährt beispielsweise 10 Prozent, die Helvetia 5 Prozent Rabatt. Vaudoise ist aber mit 383,90 Franken der zweitteuerste und Helvetia mit 377,10 Franken der drittteuerste Anbieter für Singlehaushalte. Auch bei Wohngemeinschaften oder Familien schaffen sie es trotz Kombirabatt nicht, zu den günstigeren Anbietern aufzuschliessen.

Im Fall von Wohngemeinschaften (WGs), bestehend aus drei Erwachsenen und mit einer Hausratversicherungssumme von 120’000 Franken, kostet die Selektion der jeweils preiswertesten Hausratversicherung (CSS, 235,60 Franken) und Privathaftpflichtversicherung (Smile Direct, 149,30 Franken) 384,90 Franken pro Jahr. Das sind gut 29 Prozent oder 158,05 Franken weniger als das teuerste Kombiangebot (Axa) mit 542,95 Franken.

Comparis hat auch die Versicherungsprämien für eine vierköpfige Familie (zwei Erwachsene, zwei Kinder) mit einer Hausratversicherungssumme von 140’000 Franken analysiert. Auch hier lohne es sich, genau hinzuschauen: Die Ersparnis beträgt 164,70 Franken oder 29 Prozent, wenn der Hausrat bei Smile Direct (254,40 Franken) und die Privathaftpflicht bei Mobiliar (150 Franken) versichert wird und nicht als Kombipaket bei Zurich (569,10 Franken).

Auch bei Angeboten für WGs und Familien lohne es sich, genau hinzuschauen.

Auch bei Angeboten für WGs und Familien lohne es sich, genau hinzuschauen.

HO

Für den Konsumenten heisst das laut Frédéric Papp: «Versicherungen sollten nicht automatisch dort abgeschlossen werden, wo Rabatte locken oder wo man bereits Kunde ist. Wer vergleicht, fährt oft günstiger.»