Sewing war bislang Ko-Vizechef des Geldinstituts. Er verantwortete den Unternehmensbereich Privat- und Firmenkundenbank.

"Christian Sewing hat in seinen mehr als 25 Jahren bei der Deutschen Bank konstant bewiesen, dass er führungsstark ist und eine grosse Durchsetzungskraft hat", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner. "Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass es ihm und seinem Team gelingen wird, die Deutsche Bank erfolgreich in eine neue Ära zu führen."

Der Aufsichtsrat bestimmte überdies die Vorstandsmitglieder Garth Ritchie und Karl von Rohr zu stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden.

Cryan wollte bleiben

Der scheidende Cryan war seit Mitte 2015 im Amt. Der 57-Jährige verlor nach einer Gewinnwarnung und einem massiven Absturz des Aktienkurses zuletzt den Rückhalt von Aufsichtsratschef Paul Achleitner und wichtiger Investoren. Cryan hatte zuletzt angekündigt, trotz der zahlreichen Probleme der Bank im Amt bleiben zu wollen. Der Vertrag des Briten lief ursprünglich noch bis zum Jahr 2020.

Cryan leitete in der Deutschen Bank eine massive Umstrukturierung ein, deren jüngster Schritt der Börsengang der hauseigenen Vermögensverwaltung DWS war. Ausserdem hatte er zahlreiche internationale Rechtsstreitigkeiten geerbt, die zu Milliardenstrafen und Kompensationszahlungen führten.