Pharmaindustrie

Chinesische Behörden ermitteln gegen Novartis wegen Bestechung

Novartis steht in China unter Korruptionsverdacht.

Novartis steht in China unter Korruptionsverdacht.

Der Pharmariese Novartis steht in China unter Korruptionsverdacht. Ein ehemaliger Angestellter wirft dem Basler Konzern vor, Ärzte bestochen zu haben, um die Umsätze mit Medikamenten in die Höhe zu treiben.

Die Vorwürfe beziehen sich auf die Monate Juni und Juli, wie die Zeitung "21st Century Business Herald" berichtete. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda teilte Novartis mit, ein ehemaliger Mitarbeiter habe beim chinesischen Arbeitsministerium eine Klage eingereicht. Gemäss der Mitteilung fordert er vom Unternehmen eine Entschädigungszahlung in der Höhe von 5 Mio. Renminbi (etwa 750'000 Franken).

Novartis habe in der Folge eine interne Untersuchung eingeleitet. Aufgrund der laufenden Ermittlungen könnten keine weiteren Angaben gemacht werden.

Erst im Juli war bereits der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline wegen Korruptionsvorwürfen in China in die Schlagzeilen geraten. Das Unternehmen soll mit Hilfe von Reisebüros und Beratungsfirmen Ärzte und Behördenvertreter geschmiert haben, um die Verkaufszahlen anzukurbeln und Medikamentenpreise nach oben zu treiben. Vier Manager wurden verhaftet.

Auf den Fall angesprochen, sagte Novartis-Konzernchef Joseph Jimenez an der Telefonkonferenz zu den Halbjahreszahlen Mitte Juli, gegen sein Unternehmen liefen in China keine Untersuchungen. Novartis habe in den vergangenen zwei Jahren viel Zeit und Geld in das Compliance-Training seiner Mitarbeiter verwendet, betonte er.

Inzwischen haben die chinesischen Behörden weitere Firmen ins Visier genommen. Am Donnerstag wollen sie gemäss einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua eine dreimonatige Prüfung der Pharma- und Medizinbranche beginnen. Ziel ist es, die weit verbreitere Bestechung in dem Bereich in den Griff zu bekommen.

Ausländische Unternehmen sind angesichts der Konjunkturschwäche in ihrem Heimatländern zunehmend von wachsenden Märkten wie in China abhängig. Viele Chinesen greifen zudem lieber zu ausländischen Medikamenten als zu heimischen Mitteln, weil sie Angst vor Fälschungen haben.

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