Telekommunikation

Chinas Telekom-Gigant Huawei wächst 2013 um 8,6 Prozent

Richard Yu ist CEO der Huawei Consumer Business Group (Archiv)

Richard Yu ist CEO der Huawei Consumer Business Group (Archiv)

Huawei profitiert vom florierenden Geschäft mit Smartphones und dem kräftig wachsenden Bedarf im Heimatland China. Der chinesische Telekommunikationsriese steigerte seinen Umsatz 2013 um 8,6 Prozent.

Das Betriebsergebnis des zweitgrössten Netzwerkausrüsters der Welt stieg um mehr als 40 Prozent auf rund 29 Mrd. Yuan (4,3 Mrd. Fr.), wie Finanzchefin Cathy Meng am Mittwoch in Peking mitteilte.

Der Umsatz des Telekom-Giganten erreichte nach den vorläufigen Jahreszahlen 238 bis 240 Mrd. Yuan (35,2 bis 35,5 Mrd. Fr.) . Die Geschäftsaussichten seien gut, sagte die Finanzchefin. Sie rechnet mit zehn Prozent Wachstum: "Auch 2014 wird ein gutes Jahr."

Der Zuwachs des Geschäfts in Yuan lag 2013 mit 8,6 Prozent wegen des Wertanstiegs der chinesischen Währung zwar unter dem selbst erklärten Ziel von 10 Prozent, erreichte in US-Dollar aber 11,6 Prozent.

"Die Entwicklung liegt innerhalb unserer Erwartungen", betonte Sprecher Scott Sykes. Dreiviertel seines Umsatzes macht Huawei im Ausland, muss als chinesisches Unternehmen aber seine Zahlen in Yuan vorlegen.

Neue Zweige florieren

Während sein grosses Netzwerkgeschäft 2013 nur um 5 Prozent zulegte, wuchs die neue Unternehmenssparte mit Dienstleistungen, Cloud-Diensten und Unternehmenssoftware um 32 Prozent. Das Geschäft mit Konsumprodukten wie Handys legte um 17 Prozent zu. Huawei ist heute schon der drittgrösste Smartphone-Hersteller.

Im vergangenen Jahr investierte Huawei 14 Prozent seines Umsatzerlöses oder 33 Mrd. Yuan in Forschung und Entwicklung. Im vergangenen Jahr wurde auch die Profitabilität durch Sparmassnahmen und Effizienzsteigerungen verbessert, wie Finanzchefin Meng berichtete. In der Netzwerksparte legte der Anteil des Geschäfts mit Dienstleistungen und Software für Telekom-Betreiber von bisher 34 auf 37 Prozent zu.

Huawei profitiere vom Ausbau der Handynetze auf den schnelleren 4G-Mobilfunk-Standard, insbesondere in China, sagte Meng. Auch will das Unternehmen bis 2018 allein 600 Mio. US-Dollar in die Entwicklung des künftig geplanten 5G-Standards investieren.

Die Zukunft sieht für Huawei rosig aus: Bis 2022 rechnet das Unternehmen mit einer Verdoppelung der Internetnutzer, die dreimal mehr Zeit als heute im Netz verbringen als heute. Der Datentransport dürfte dann 20 mal grösser sein.

Die Zahl der Cloud-Dienste für Online-Datenspeicherung könnte sich bis dahin verzehnfachen. Auch erwartet der Telekomriese bis 2022 viermal mehr Breitbandverbindungen als heute und eine zehnmal schnellere Übertragungsgeschwindigkeit.

Schon heute wechselt jeder dritte Mobilfunknutzer jedes Jahr sein Handy. "Es ist ein Modeprodukt geworden", sagt Meng. "Wir glauben, dass Huawei einen grösseren Marktanteil gewinnen kann."

NSA-Verdacht zurückgewiesen

Vor dem Hintergrund des US-Abhörskandals wies die Finanzchefin aber einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zurück, wonach die US-Behörde NSA mit Spionagesoftware die Ausrüstung oder auch Smartphones verschiedener Hersteller, darunter Huawei, infiltrieren könne. "Es gibt keine Sicherheitsprobleme mit Geräten von Huawei."

Der chinesische Telekom-Riese arbeitet mit 500 Telekombetreibern in 140 Ländern zusammen. Jeder dritte Erdbewohner benutzt heute Technik von Huawei in irgendeiner Form. Das grösste chinesische Privatunternehmen gehört über Anteile rund der Hälfte seiner 150'000 Mitarbeiter.

Finanzchefin Meng ist Tochter des Firmengründers Ren Zhengfei. Die USA unterstellen Huawei enge Beziehungen zum chinesischen Staat oder Militär. Deswegen werden Sicherheitsbedenken geltend gemacht, was Huawei vom US-Markt weitgehend ausschliesst.

Unter anderem über Testzentren wie etwa in Grossbritannien, wo unabhängige Experten die Ausrüstung selbst anhand der Quellcodes überprüfen können, kontert Huawei solche Vorwürfe.

In der Schweiz geriet Huawei im Zusammenhangs mit vermuteten Verstössen gegen das Ausländerrecht in den Fokus. Die Chinesen arbeiten in der Schweiz für die Swisscom

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