China

China will Militärausgaben erhöhen und Wachstum gleich halten

Chinesische Soldaten bei einer Parade - im Stechschritt.

Chinesische Soldaten bei einer Parade - im Stechschritt.

Chinas neuer Premier Li Keqiang hat zum Auftakt des Volkskongresses drei Akzente gesetzt: China wird die Militärausgaben stark steigern, es soll zu marktwirtschaftlichen Reformen kommen und der Umweltverschmutzung erklärte der Ministerpräsident den Krieg.

Trotz der konjunkturellen Abschwächung soll das Wachstum der zweitgrössten Volkswirtschaft in diesem Jahr wieder 7,5 Prozent erreichen, wie der neue Regierungschef Li Keqiang am Mittwoch in seinem ersten Rechenschaftsbericht am Volkskongress in Peking sagte.

"Reformen haben in diesem Jahr höchste Priorität", sagte Li Keqiang. Marktwirtschaftliche Umstrukturierungen sollen im Mittelpunkt de Wirtschaftspolitik stehen. "Chinas Reform steht am Scheideweg", sagte der Premier.

"Wir müssen uns von gedanklichen Fesseln lösen und entschieden gegen feste Interessengefüge vorgehen." Entwicklung sei aber weiter der Schlüssel zur Lösung aller Probleme, deswegen müsse eine "angemessene Wachstumsrate" bewahrt werden.

Smog als Warnung

Offen beklagte der Premier den anhaltenden Smog in weiten Teilen des Landes und andere Umweltverschmutzung als "grosses Problem". "Es ist die Rote Ampel der Natur, die vor einer ineffizienten und blinden Entwicklung warnt."

Angesichts des Smogs will der Premier der Umweltverschmutzung "den Krieg erklären". Wie in China Energie produziert und verbraucht werde, müsse sich verbessern. Li Keqiang versprach dem Milliardenvolk "energische Massnahmen", was die Delegierten mit Applaus quittierten.

Das Wachstumsziel von 7,5 Prozent war unverändert wie im Vorjahr, als im zweiten Jahr in Folge 7,7 Prozent erreicht worden waren - so wenig wie seit 1999 nicht mehr. Der Ausbau des heimischen Konsums müsse "der wichtigste Motor" für Wirtschaftswachstum werden, was auch strukturelle Veränderungen zur Folge haben werde, sagte der Premier.

Nachkriegsordnung sichern

Vor dem Hintergrund der Spannungen mit seinen Nachbarn und den USA, die ihre pazifische Präsenz ausbauen, steigert China seine Verteidigungsausgaben in diesem Jahr unerwartet stark auf 808 Milliarden Yuan (umgerechnet 95 Milliarden Euro). Das geht aus dem vorgelegten Entwurf des Haushalts hervor. Die Militärausgaben zählen zu den Etatposten mit der höchsten Steigerungsrate.

In einem möglichen Hinweis auf Japan, mit dem China um historische Ansprüche auf eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer streitet, betonte Li Keqiang, China wolle den Sieg im Zweiten Weltkrieg und die internationale Nachkriegsordnung sichern: "Wir werden niemandem erlauben, den Kurs der Geschichte umzudrehen."

Er versicherte zugleich, China wolle als "verantwortliche Macht" eine konstruktive Rolle in der Lösung globaler und regionaler Krisenherde spielen.

Chinas Streitkräfte sollen "unter Berücksichtigung der neuen Bedingungen" modernisiert und gestärkt werden, sagte der Premier in seinem rund 110-minütigen Rechenschaftsbericht. "Ihre Abschreckung und Kampffähigkeiten im Informationszeitalter werden weiter erhöht."

China plane für die militärische Einsatzfähigkeit "unter allen Szenarien und in allen Gebieten". Die Küsten-, Luft- und Grenzstreitkräfte müssten ausgebaut werden. China wolle auch seine Vorbereitungen auf den Kriegsfall verbessern, sagte der Premier.

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