In einem ersten Schritt soll binnen dreieinhalb Jahren die noch aus der britischen Kolonialzeit stammende mehr als 600 Kilometer lange Verbindung zwischen der Hafenstadt Mombasa und der Hauptstadt Nairobi erneuert werden. Auch Streckenabschnitte nach Uganda, Ruanda, Burundi und in den Südsudan sind für später geplant.

Dem Vertrag zufolge trägt die chinesische Exim-Bank 90 Prozent der Kosten, die restlichen zehn Prozent sollen aus Kenia kommen. Mit den Bauarbeiten soll im Oktober begonnen werden. Zentraler Vertragspartner ist das Unternehmen China Communications Construction.

Der Vertragsunterzeichnung in Nairobi wohnten am Sonntag die Staatschefs Kenias, Ugandas, Ruandas und des Südsudans, Uhuru Kenyatta, Yoweri Museveni, Paul Kagame und Salva Kiir bei. Chinas Regierungschef Li Keqiang sprach von einer "ebenbürtigen Zusammenarbeit" und einem "Gewinn für beide Seiten".

China versucht seit Jahren, sich auf dem afrikanischen Kontinent in eine wirtschaftliche Vormachtstellung gegenüber westlichen Staaten zu bringen. Der vom Westen wegen Korruptionsvorwürfen und Homosexuellenfeindlichkeit kritisierte Museveni sagte, China konzentriere sich "auf die wichtigen Entwicklungsfragen" und erteile keine politischen "Belehrungen".