Tourismus

Chef von Schweiz Tourimus: Jeder dritte Betrieb genügt nicht

Jürg Schmid.

Jürg Schmid.

Jürg Schmid, Chef von Schweiz Tourismus, zieht schlechte Bilanz. Der Sommer 2012 sei nicht mehr zu retten, sagt er. Schmid kritisiert aber auch die eigene Branche. Jeder dritte Ferienbetrieb mache keinen gut Job.

Was Herr und Frau Schweizer längst geahnt haben, bestätigt jetzt Jürg Schmid, Geschäftsführer von Schweiz Tourismus, im Interview mit der az: Der Sommer 2012 ist zum Heulen. Das schlechte Wetter und der starke Franken vermiesen insbesondere den klassischen Ferienregionen in den Bergen das Geschäft. Kurz: «Es wird ein schlechter Sommer.»

Selbst wenn sich der Wechselkurs entspannt, wird sich dies erst mit einer Verzögerung von vier bis sechs Monaten auswirken, führt der Direktor von Schweiz Tourismus weiter aus.

Schmid hält aber auch mit Kritik an der Branche nicht hinter dem Berg. Wohl betont er, dass der Tourismus grundsätzlich kein Qualitätsproblem habe. Seiner Meinung nach macht aber jeder dritte Anbieter keinen guten Job. Diese Leute müssten, so Schmid, «sich bewegen oder aus dem Markt austreten». Schmid will die Hoteliers allerdings nicht nur kritisieren, sondern auch anspornen: Schweiz Tourismus lanciert darum nun einen Preis für das freundlichste Hotel der Schweiz.

Zweitwohnungsinitiative als Chance

Kritische Töne gibt es auch an den Gebirgskantonen. Schmid hegt grundsätzliche Sympathien für die von den Stimmenden angenommene Zweitwohnungsinitiative. Die lokalen Politiker hätten die Landschaft als die wichtigste Ressource verschwendet, sagt der 50-Jährige. «Wir haben die Kuh verkauft anstelle der Milch. Wenn man die Landschaft verbaut, dann zerstören wir die wichtigste Substanz.» Langfristig könne das Ja zur Initiative für den Schweizer Tourismus darum eine Chance werden.

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