Luftverkehr

Chaotische Zustände am grössten deutschen Flughafen

Am Frankfurter Flughafen ist Geduld gefragt

Am Frankfurter Flughafen ist Geduld gefragt

Endlos lange Schlangen, entnervte Fluggäste, Notarzt-Einsätze: Der Warnstreik der Sicherheitskontrolleure hat den Frankfurter Flughafen am Freitag ins Chaos gestürzt. Viele Passagiere, die ins Wochenende starten wollten, sitzen fest oder müssen auf die Bahn ausweichen.

Das Problem sei, dass die Passagiere nicht durch die Fluggastkontrolle kämen, hier gebe es sehr lange Wartezeiten, sagte ein Flughafen-Sprecher. Wegen der Arbeitsniederlegung seien lediglich zwei Drittel der Kontrollstationen besetzt. Deshalb verpassten Gäste ihre Flüge, viele Plätzen in den Maschinen blieben leer.

"Wir raten den Passagieren von einer Anreise zum Flughafen ab." Die Situation spitzte sich am Mittag zu: Wegen des Passagierandrangs wurden die Zugänge zu den Sicherheitskontrollen vorübergehend geschlossen. An dem Freitag rechnete der Flughafenbetreiber Fraport mit 150'000 Passagieren.

65 Flüge annulliert

Bis zum Freitagmittag wurden dem Fraport-Sprecher zufolge 65 Flüge annulliert. Diese Zahl dürfte sich allerdings im Laufe des Tages weiter erhöhen. Schwer getroffen ist von dem Ausstand die Lufthansa, die knapp 40 Flüge absagte.

Auf die Flughäfen Zürich und Basel hatte der Streik bis am frühen Nachmittag keine Auswirkungen. Allerdings gebe es eine grosse Zahl von Passagieren, die wegen des Streiks ihre Flüge in die Schweiz verpassten, sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft Swiss auf Anfrage. Die Swiss empfehle den Passagieren in Frankfurt deshalb, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen.

Mehr Lohn gefordert

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Mitarbeiter aller privaten Sicherheitsfirmen an Deutschlands grösstem Flughafen dazu aufgerufen, die Arbeit bis 23 Uhr ruhen zu lassen. In dem Bereich arbeiten 5000 Beschäftige.

Verdi verleiht damit der Forderung nach einem einheitlichen Stundenlohn von 16 Euro Nachdruck. Der Arbeitgeberverband BDSW nannte die Vorstellungen von Verdi überzogen und kritisierte das Vorgehen scharf.

Drei Stunden Wartezeit

Im Terminal 1, der in erster Linie von der Lufthansa und ihren Partner-Airlines benutzt wird, kam es teils zu chaotischen Szenen. Die Schlangen vor den Check-in-Schaltern zogen sich durch das ganze Gebäude, einzelne Passagiere brachen nach mehreren Stunden des Wartens zusammen und mussten von Sanitätern versorgt werden.

Die Stimmung war aggressiv, Verdi-Gewerkschafter, die mit gelben Streikwesten durch das Terminal gingen, wurde von frustrierten Fluggästen beschimpft.

Polizisten nahmen vor den Sicherheitsschleusen Stellung und wiesen verzweifelte Urlauber und Geschäftsleute, die die Bordkarte schon in der Hand hatten, ab. Einige Passagiere stritten sich deshalb lautstark mit den Sicherheitsbeamten.

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