Detailhandel

Carrefour zieht nach Verlust Notbremse und stoppt Umbaupläne

Carrefour muss seine Ausbaupläne begraben (Archiv)

Carrefour muss seine Ausbaupläne begraben (Archiv)

Der grösste europäische Detailhändler Carrefour zieht nach einem massiven Gewinneinbruch die Notbremse und legt seinen Umbauplan auf Eis. Statt verstärkt auf seine Grossmärkte zu setzen, will Carrefour mit Preissenkungen die Kunden zurück in seine Läden locken.

Gleichzeitig würden die Investitionen 2012 auf 1,6 bis 1,7 Mrd. Euro nach 2,3 Mrd. Euro im vergangenen Jahr zurückgefahren und die Dividende halbiert, kündigte am Donnerstag Konzernchef Lars Olofsson an. Es waren die letzten Carrefour-Zahlen, die er präsentieren durfte, bevor ihn der als harter Sanierer bekannte Branchenveteran Georges Plassat ablöst.

2011 bekam der nach Wal-Mart zweitgrösste Detailhändler der Welt die Zurückhaltung der Verbraucher vor allem in Südeuropa in Folge der Schuldenkrise voll zu spüren. Der operative Gewinn ging um 19 Prozent zurück auf 2,18 Mrd. Euro. Damit hatten Analysten gerechnet. Doch dass an die Aktionäre nur noch 52 Cent je Anteilschein ausgeschüttet werden sollen, war überraschend.

Carrefour hatte ursprünglich vor, mit einem aufwändigen und kostspieligen Programm seine so genannten Hypermärkte auszubauen. Doch das Konzept geht nicht auf: Die neuen "Planet"-Märkte erzielen nicht die Ergebnisse, auf die Carrefour gehofft hatte.

Zu teuer, zu wenig Wachstum - so bringen es Branchenexperten auf den Punkt. Die Konsumenten wollen lieber wohnortnah einkaufen oder bestellen einfach per Mausklick im Internet zum günstigeren Preis.

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