Feldschlösschen

Cardinal-Brauerei zieht von Freiburg nach Rheinfelden

Feldschlösschen-CEO Thomas Metzger zur Schliessung von Cardinal-Brauerei in Freiburg

Die traditionsreiche Brauerei Cardinal in Freiburg wird im Juni 2011 geschlossen. Das Bier wird weiterhin produziert, aber bei Feldschlösschen in Rheinfelden. Hintergrund ist ein Entscheid des dänischen Mutterkonzerns Carlsberg.

Das beliebte Bier Cardinal wird in Zukunft in Rheinfelden gebraut. 18 Mitarbeiter am bisherigen Produktionsstandort Freiburg werden vorzeitig pensioniert, die 57 übrigen Mitarbeiter sollen ein Stellenangebot von Feldschlösschen erhalten, dies schreibt Feldschlösschen in einer Medienmitteilung.

«Cardinal wird mit diesem Entscheid nicht sterben», sagt Feldschlösschen-CEO Thomas Metzger. Man unterstütze die Marke fest.

Seit dem Jahr 2000 ist Feldschlösschen eine Tochtergesellschaft der Carlsberg-Gruppe und führte für diese Gruppe einen Produktionsauftrag aus. Dieses Auftragsvolumen ist über die Jahre gestiegen und machte zuletzt mehr als 20 Prozent des jährlichen Produktionsvolumens von Feldschlösschen aus.

Kündigungen vermeiden

Ab Juni wird neu eine andere Tochtergesellschaft der Carlsberg-Gruppe in Frankreich diesen Produktionsauftrag übernehmen. Aufgrund dieser Volumeneinbusse sei die Schliessung der Produktionsstätte in Freiburg unumgänglich, weil der Standort Freiburg schon seit einigen Jahren ungenügend ausgelastet sei.

Die 75 Mitarbeitenden in Produktion und Logistik am Standort Freiburg sollen entweder vorzeitig pensioniert werden oder ein Stellenangebot innerhalb des Unternehmens erhalten. Sollten die Angestellten die Angebote annehmen, können Kündigungen vermieden werden, schreibt das Unternehmen.

Vorzeitige Pensionierungen haben Auswirkungen auf die finanzielle Situation der Angestellten. Ob die davon betroffenen Mitarbeiter dies freiwillig mitmachen, konnte Gaby Gerber nicht sagen. Die Mediensprecherin von Feldschlösschen erklärt, dass diese Gespräche jetzt aufgenommen werden.

«Bedauern die Konsequenzen»

«Wir bedauern die Konsequenzen, welche die Verlagerung des Produktionsauftrags für den Standort Freiburg hat», betont Feldschlösschen-CEO Thomas Metzger. «Wir sind jedoch überzeugt, dass die Effizienzsteigerung innerhalb der Gruppe und die Strukturanpassung in der Schweiz angesichts des aktuellen Marktumfelds und der zukünftigen Herausforderungen notwendig sind.»

Feldschlösschen wird als gesamtschweizerisches Unternehmen mit insgesamt rund 1200 Mitarbeitenden auch weiter in der Westschweiz präsent sein. Für den Standort in Rheinfelden bedeutet der Entscheid jedenfalls keinen Ausbau. «Die Zahl der Beschäftigten in Rheinfelden wird in etwa gleich bleiben», sagt Gaby Gerber.

Neben dem lokalen Verkaufsteam, das weiterhin in Freiburg tätig sein wird, betreibt Feldschlösschen mehrere Standorte für die Logistik (unter anderem Givisiez bei Freiburg, Satigny, Sion) und das Callcenter in Biel. Die Lokalbrauerei Valaisanne in Sion mit zehn Beschäftigten wird unverändert weiter existieren.

Bereits 1996 war bei Cardinal der Abbau von 200 der damals 300 Stellen geplant. Kurze Zeit später protestierten in der Saanestadt 10 000 Menschen auf der Strasse gegen den Entscheid. 80 000 unterzeichneten eine Petition an Feldschlösschen. Danach nahm das Aargauer Unternehmen den Beschluss zurück. (dno)

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