Businessflugzeuge

Businessflugzeuge brauchen längere Piste

Zielstrebig (v. l.): Peter Jaberg, Alfred Lüthi, Andreas Wegier und Medienverantwortlicher Thomas Koller. Oliver Menge

Zielstrebig

Zielstrebig (v. l.): Peter Jaberg, Alfred Lüthi, Andreas Wegier und Medienverantwortlicher Thomas Koller. Oliver Menge

Im Geschäftsreiseverkehr sieht der Flughafen Grenchen sein grösstes Ausbaupotenzial. Um dieses auszuschöpfen, müssen jedoch diverse Anpassungen vorgenommen werden. Sicher ist, dass diese für die Region mehr Lärm bringen, wenn auch im erlaubten Bereich.

Brigit Leuenberger

«Charter- und Linienflüge sind in Grenchen definitiv kein Thema. Das liesse sich mit der Konzession des Bundes gar nicht vereinbaren», stellte Verwaltungsratspräsident der Regionalflugplatz Jura-Grenchen AG, Alfred Lüthi, gleich zu Beginn der gestrigen Medienkonferenz klar. Die Entwicklungsmöglichkeiten des Flughafens seien beschränkt, der Verwaltungsrat in seinen Entscheidungen gebunden.

Dennoch sei der Regionalflughafen Grenchen wie jedes andere Unternehmen darauf angewiesen, sich wirtschaftlich sinnvoll und erfolgversprechend entwickeln zu können. «Wir setzten dabei auf Qualität und nicht auf Quantität», fügte er an.

Drei Standbeine garantieren dem Regionalflughafen Grenchen heute seine Existenz: Die Ausbildung der Piloten, der Flugsport und der Geschäftsreisebetrieb mit der Vermietung der Infrastruktur. Als ausbaufähig wird insbesondere der letztgenannte Bereich erachtet. «Der Passagierverkehr ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Zudem nehmen auch die Geschäftsflüge zu», erklärte Flughafendirektor Andreas Wegier.

Länger, aber nicht breiter

Infolge der Nutzlastbeschränkungen und des Mangels an Abstellplätzen können heute nicht alle Geschäftsflüge abgenommen werden, die in Grenchen landen möchten. Jährlich müssen gegen 500 Flugzeuge abgewiesen werden, die in der Folge auf andere Flughäfen ausweichen. «Das Hauptproblem ist die Länge der Landepiste, die 1000 Meter beträgt», begründete der Flughafendirektor.

Erforderlich wären mindestens 1400 Meter. Eine Erweiterung um 450 Meter ostwärts könnte diesem Problem Abhilfe schaffen. «An der Pistenbreite wollen wir indes nichts ändern. Diese ist mit 23 Metern absolut ausreichend.»

Das Ingenieurbüro Bächthold und Moor in Bern hat für die Regionalflugplatz Jura-Grenchen AG einen Masterplan erstellt, der über die anstehenden Veränderungen bis 2020 Auskunft gibt. Nebst der Verlängerung der Landepiste sind auch Anpassungen im Betriebsgebäude, an den Rollwegen und den Flughafenabstellflächen geplant, ebenso an der Tankstelle, den Hangarbauten und am Tower.

Bauingenieur Peter Jaberg hat über 20 Jahre Erfahrung im Bau von Flughäfen. Er sagte: «Wird die Piste verlängert, wird der Flugverkehr in der Region natürlich zunehmen.» Allerdings sei diese Zunahme nicht übermässig. Denn: «Ein Flugzeug wird in Zukunft mehr Zeit brauchen, bis es gelandet ist. So gleicht sich das wieder aus.»

Betroffen sind Altreu und Bettlach

Genaue Auskunft geben musste Peter Jaberg über die zusätzliche Lärmbelastung, die auf die Wohnquartiere zukommt und die Belastung der Umwelt. Zunehmen werde die Lärmbelastung im Osten, räumte Peter Jaberg ein. Betroffen davon seien insbesondere die Gemeinden Altreu und Bettlach. «Wobei die Lärmgrenze an keiner einzigen Stelle überschritten wird», betonte der Planer. Die Zunahme sei im Bereich null bis ein Dezibel anzusiedeln.

Kein Problem sieht er in den Bereichen Gewässerschutzzone, Zugvogelschutzkorridor und der Witischutzzone. Noch in Arbeit ist ein Umweltverträglichkeitsbericht. Umweltschutzorganisationen und Wirtschaftsvertreter waren bereits am Dienstag über das Vorhaben informiert worden. «Wir haben dort bereits erste Hausaufgaben gefasst und werden diese erledigen», versprach Peter Jaberg.

Auch die Bevölkerung wird beim Bau der Landepistenverlängerung, die 3,5 Millionen Franken kosten wird, ein Wörtchen mitzureden haben. Wann das aber genau sein wird, wusste gestern noch niemand. «Bis die ersten Bagger auffahren, wird es bestimmt noch drei bis fünf Jahre dauern», prognostizierte er.

Meistgesehen

Artboard 1