Die Vorschläge des französischen Präsidenten François Hollande gingen in "eine gute Richtung", sagt er in einem Interview mit der «Sonntagszeitung». Dieser wolle Geld zur Verfügung stellen, um die Konjunktur zu fördern und das Wachstum anzukurbeln. Es brauche in den EU-Ländern aber auch mehr Produktivität, Effizienz und eine Liberalisierung des Arbeitsmarktes.

"Disziplin und nachhaltiges Wachstum sind gefragt", sagte Schneider-Amman. Ein Rezept könne die Schweiz liefern: Sie investiere in Bildung und Innovation, werde damit effizienter und leistungsfähiger und habe mit der Schuldenbremse die Schulden im Griff.

Eine Vergemeinschaftung der Schulden jedoch sei gefährlich, sagte der Vorsteher des Eidg. Volkswirtschaftsdepartements (EVD). Denn sie schwäche die stärkeren Volkswirtschaften und lasse die Schwächeren glauben, dass mit ihrer Disziplin und Effizienz der Kontinent zurück zu Wachstum geführt werden könne.

"Schon die Einwilligung von Bundeskanzlerin Merkel in eine Fiskalunion betrachte ich als Kniefall und kaum zielführend", sagte Schneider-Ammann. Die Probleme müssten fundamentaler angegangen werde.

An "ein Horrorszenario Zusammenbruch Euro" glaubt Schneider-Ammann dennoch nicht. "Das kann und wird sich Europa nicht leisten".