Mit Ausnahme von Bundesrat Johann Schneider-Ammann nahmen die gesamte Regierung und Bundeskanzlerin Corina Casanova an der Reise teil. Die Zugfahrt führte von Erstfeld im Kanton Uri 21 Kilometer weit bis unter den Bündner Bergort Sedrun. Weiter führen die Schienen noch nicht. Mit einem 800 Meter hohen Baustellenlift gelangte der Bundesrat schliesslich wieder an die Oberfläche.

Die Reise fand auf die Initiative von Verkehrsministerin Doris Leuthard statt. Sie habe der Gesamtregierung den Tunnel noch in der Bauphase zeigen wollen, sagte sie zur Nachrichtenagentur sda. "Das ist ein ganz anderes Erlebnis, als später bei der Eröffnung", erklärte die Verkehrsministerin.

Man werde dann nur noch einen Tunnel sehen und nicht wie jetzt die ganze Bauleistung. Mit der gemeinsamen Besichtigung wolle die Regierung zudem allen am Jahrhundertbau Beteiligten ihre Wertschätzung ausdrücken.

Eröffnung planmässig

Der Bundesrat habe sich vor Ort über den Stand der Arbeiten informieren wollen, sagte Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf an einem kurzen Treffen mit den Medien im Sedruner Zugangsstollen. Der Regierung sei versichert worden, dass der Zeitplan eingehalten werde und man weiterhin mit einer Eröffnung des 57 Kilometer langen Tunnels auf Ende 2016 rechne.

Widmer-Schlumpf machte klar, dass der bundesrätliche Besuch nichts ändere am Entscheid, die unterirdische Bahnstation Porta Alpina unter Sedrun vorerst nicht zu bauen. Allenfalls werde es die nächste Generation sein, welche die Haltestelle realisieren werde.

Nach dem Tunnelbesuch wurde der Bundesrat in Sedrun offiziell empfangen von der Bündner Regierungspräsidentin Barbara Janom-Steiner und von Gemeindepräsident Pancrazi Berther. An einem kurzen Apéro traf die Regierung die lokale Bevölkerung. Die Bundesrätinnen und Bundesräte nutzten die Gelegenheit zu kurzen, ungezwungen Gesprächen mit den Einheimischen.