Dies beschloss das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) am Freitag, nachdem bereits am Montag der Bezug von 30'000 Kubikmetern Dieselöl gestattet worden war.

Bahn und Pipeline reichen zur Kompensation des eingeschränkten Transportvolumens auf dem Wasser nicht aus, wie Lucio Gastaldi, Leiter Geschäftsstellen Energie & Industrie im BWL, der Agentur Keystone-SDA sagte. Dieselöl zum Beispiel werde zu 40 Prozent über den Rhein importiert.

In Basel, in dessen Häfen 12 Prozent aller Importe in die Schweiz umgeschlagen werden, können Frachtschiffe derzeit zwar noch auf dem Rhein fahren. Weiter flussabwärts jedoch, im Raum Koblenz (D), hat das anhaltende Ausbleiben von Niederschlägen den Pegel so tief absacken lassen, dass sich die Frachtschifffahrt kaum mehr lohnt.

Können Schiffe mangels Wasser unter dem Kiel nur mit reduzierter Ladung fahren, verteuert sich der Transportpreis wegen der Fixkosten für Schiff und Besatzung. Entsprechend ist derzeit die Achse vom Seehafen Rotterdam bis Basel faktisch unterbrochen.

Bei technischen Engpässen waren Pflichtlager bereits früher angezapft worden. So war 2015 ein Defekt in der Raffinerie Cressier im Kanton Neuenburg die Ursache, schon damals verbunden mit pegelbedingt tiefen Schiffs- und wenig Bahnkapazitäten.