Wie der britische Branchenverband SMMT (Society of Motor Manufacturers and Traders) am Mittwoch in London mitteilte, verzeichnen die Fertigungswerke in Grossbritannien nach sechs Monaten mit 666'521 produzierten Autos einen Rückgang von gut einem Fünftel.

Rund 80 Prozent der britischen Autoproduktion gehen in den Export, die mit Abstand meisten Autos landen in der EU. Die Branche fordert seit langem ein festes Regelwerk für den Fall eines Brexits.

"Die Zahlen von heute sind das Resultat einer weltweiten Instabilität verstärkt durch die anhaltende Furcht vor einem Brexit ohne Abkommen", sagte SMMT-Chef Mike Hawes. Die Branchenunternehmen auf der Insel hätten bereits mindestens umgerechnet fast 400 Millionen Franken (330 Millionen britische Pfund) ausgegeben, um sich für einen solchen Fall zu wappnen.

Vorgezogene Werksferien

Massgeblich für den Rückgang seien eine sinkende Nachfrage in den Schlüsselmärkten, auch im Vereinigten Königreich selbst, sowie vorgezogene Werksferien wegen der ehemals für März angesetzten Frist zum Austritt des Landes aus der Europäischen Union. Unter anderem hatte BMW die Werksferien in den April vorverlegt, um mögliche Engpässe in der Lieferkette besser abfedern zu können.

Die grössten Produzenten im Land waren im Vorjahr Jaguar Land Rover aus dem Tata-Konzern, Nissan, BMW mit der Kleinwagenmarke Mini, Toyota und Honda sowie der PSA-Konzern mit der Opel-Schwestermarke Vauxhall.