Grossbrand

Brände kosteten 24 Mio. Franken

Vier Grossereignisse im Kanton Aargau belasten die Rechnung 2008 der Gebäudeversicherung besonders stark . Die Brände von Klingnau, Gansingen, Reinach und Teufenthal haben dazu beigetragen, dass letztes Jahr im Aargau die grösste Brandschadensumme entstand seit 2004. Geklärt ist vorerst keiner dieser Fälle.

Von Alois Felber

Es waren Bilder, die auch altgediente Feuerwehrleute noch selten gesehen haben. Eine riesige schwarze Rauchsäule stieg über dem ausgedehnten Hallenkomplex der Klingnauer Recyclingfirma Häfeli-Brügger in die Höhe. Dieser stand mehr oder weniger vollständig in Flammen. Immer wieder kam es zu Explosionen, wurden Altölfässer oder Gasflaschen in die Luft geschleudert. Das über Stunden andauernde Inferno sah so dramatisch aus, dass es nicht wenige Menschen auf der deutschen Seite des Rheins glauben machte, es handle sich womöglich um einen Atomunfall.

Klingnau: 3,8 Millionen Franken

Menschen wurden am 17. August 2008 zwar keine verletzt. Doch allein der entstandene Gebäudeschaden läpperte sich zum Schluss auf 3,8 Millionen Franken zusammen, wie aus dem Geschäftsbericht der Aargauischen Gebäudeversicherung hervorgeht. Es war für die Versicherung klar der teuerste Brandfall des letzten Jahres. Doch mit dem Feuer auf dem Schondlihof in Gansingen (1,5 Mio.), der Feuersbrunst auf dem Areal der Schreinerei Weber in Reinach (1,4 Mio.) und dem Fall der alten Cigarrenfabrik in Teufenthal (1,2 Mio.) gab es noch drei weitere Grossereignisse, die mehr als eine Million Franken Schaden verursachten.

Diese vier Fälle trugen denn auch wesentlich dazu bei, dass sich die erfassten Feuerschäden von 992 Brandfällen letztes Jahr auf rund 24 Millionen Franken zusammenläpperten. Das ist der höchste Wert der letzten vier Jahre, kommt aber bei weitem nicht an die Rekordschadensumme von 2003 heran, die auf 29,8 Millionen Franken zu stehen kam.

63 Brandfälle blieben ungeklärt

Frappierend: Fast die Hälfte der letztjährigen Schadensumme (11 Mio.) geht auf Brände zurück, deren Ursache nicht geklärt werden konnte. Das betrifft 63 Brandfälle. Dazu gehören insbesondere auch die Fälle von Klingnau, Gansingen und Teufenthal.

Während in Gansingen und Teufenthal die Zerstörungen so gross waren, dass die Brandermittler der Kantonspolizei die Ursache als nicht mehr feststellbar taxieren mussten, ist die Untersuchung im Klingnauer Fall noch nicht abgeschlossen. Dies, obschon es auch hier kurz nach dem Brand geheissen hatte, dass kaum mehr Hoffnung bestehe, die Ursache je herauszufinden. Zu massiv seien die hinterlassenen Zerstörungen.

Brandstiftung im Fall Reinach

Im Fall von Reinach konnte die Ursache im Ausschlussverfahren zwar auf eine mutwillige oder fahrlässige Brandstiftung eingegrenzt werden. Wer aber dafür verantwortlich ist, wurde auch hier, trotz einer vom betroffenen Betrieb ausgesetzten Belohnung von 5000 Franken, nie geklärt.

Brandstifter richteten übrigens auch bei weiteren 31 Fällen einen Sachschaden von 758 000 Franken an. Am meisten Brände wurden aber auch letztes Jahr durch elektrische Probleme verursacht. 248 Elektro-Brände kosteten die Gebäudeversicherung 4,4 Mio. Franken. Dahinter folgen bei den häufigsten Brandursachen der fahrlässige Umgang mit Feuer- und Raucherwaren aller Art (159 Fälle und 3,9 Mio. Franken Schaden) und Probleme mit Feuerungsanlagen (87 Fälle und 2,2 Mio. Franken Schaden).

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