Ölpest

BP erkauft sich mit Einmalzahlungen Klageverzicht bei US-Ölpest

Brand der Plattform Deepwater Horizon im April

Brand der Plattform Deepwater Horizon im April

Rund ein halbes Jahr nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat sich der Konzern BP mit ersten Einmalzahlungen einen Klageverzicht von Geschädigten erkauft. Aus dem Ausgleichsfonds sind Anwohnern und Firmen der Golfküste bisher 43 Millionen Dollar bezahlt worden.

Dies teilte der britische Konzern am Dienstag mit. Der Verwalter des insgesamt 20 Milliarden Dollar schweren Hilfsfonds, Kenneth Feinberg, hatte die Möglichkeit einer Einmalzahlung schon Mitte Dezember angekündigt. Demnach bekommt jede Person, die sich darauf einlässt, pauschal 5000 Dollar. Unternehmen erhalten 25'000 Dollar.

Das BP-Angebot wird von Anwälten und Politikern kritisiert. Sie haben den Geschädigten geraten, sich sehr gut zu überlegen, ob sie sich bereits jetzt abschliessend mit BP einigen wollen. Sie verweisen darauf, dass sich manche Schäden aus der Katastrophe erst in der Zukunft zeigen könnten.

Plattform im April explodiert

BP hat bislang insgesamt 2,6 Milliarden Dollar an 467'889 Antragsteller gezahlt. Dabei ging es aber zumeist um Sofort-Zahlungen als Entschädigung für entgangene Umsätze oder Gewinne. Nur in einem Fall wurde eine Klage bislang beendet. In dem Fall hatte ein Unternehmer zehn Millionen Dollar erhalten.

Auslöser der Ölpest war die Explosion und der Untergang der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April. 87 Tage lang floss ungehindert Öl ins Meer. Insgesamt sollen es rund fünf Millionen Barrel gewesen sein.

US-Regierung will Schadenersatz

Die Küste von vier US-Bundesstaaten wurde verschmutzt, neue Tiefsee-Bohrungen verboten, und das Image von BP litt entschieden. Der Konzern büsste rund 70 Milliarden Dollar an Marktwert ein und entliess seinen Chef Tony Hayward.

Im September wurde das Bohrloch endgültig versiegelt. Wegen der Katastrophe hat auch die US-Regierung BP sowie vier weitere Firmen verklagt. Sie werfen ihnen Verstösse gegen US-Umweltgesetze vor und fordern Schadenersatz in noch nicht genannter Höhe. Die Summe könnte aber bis zu 21 Milliarden Dollar betragen.

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