Wirtschaft

Boom der Schweizer Start-Ups – 2019 gab es so viele Neugründungen wie noch nie

Bei den Handelsregistern - im Bild jenes In Zug - sind letztes Jahr so viele neue Firmen eingetragen worden wie noch nie.

Bei den Handelsregistern - im Bild jenes In Zug - sind letztes Jahr so viele neue Firmen eingetragen worden wie noch nie.

Mit über 44'000 Einträgen im Handelsregister erreichen die Firmenneugründungen im letzten Jahr einen neuen Rekordwert. Regional zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede.

Die Schweizer Start-Up-Szene ist im Aufwind wie noch nie. Das zeigt sich an der Zunahme von Firmenneugründungen im letzten Jahr, wie eine Analyse des IFJ Institut für Jungunternehmen zeigt. Konkret sind 2019 44’482 Unternehmen neu gegründet worden, was einem Plus von 3% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der bisherige Neugründungsrekord stammte aus dem Jahr 2017: 43‘453 Unternehmen sind vor drei Jahren neu gegründet worden, wie das IFJ auf seiner Homepage schreibt. Somit erweist sich das eben zu Ende gegangene Jahr laut IFJ als neues gründungsstärkstes Jahr seit das Schweizerische Handelsregister 1883 erstmals publiziert worden ist.

Mit 17’194 Gründungen ist die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) die am meisten gewählte Rechtsform für eine neue Firma. Darauf folgt die Einzelfirma mit 14'245 Gründungen, die Aktiengesellschaft (AG) mit 8’962 Eintragungen und die Kollektivgesellschaft (KlG) mit 1302 Neueinträgen.

Ostschweiz und Mittelland legen zu

Gemäss dem Institut für Jungunternehmen zeigen die meisten Kantone gegenüber dem Vorjahr einen leichten bis starken Anstieg der Gründungszahlen auf. In 20 Kantonen konnte die Anzahl der Neugründungen gesteigert werden. In sechs Kantone ging sie zurück.

Aus Sicht der Grossregionen setzen vor allem die Ostschweiz (+7%), das Espace Mittelland (+6%), die Südwestschweiz (+4%) sowie die Nordwestschweiz und Zürich (+2%) positive Akzente. Die Zentralschweiz (-2%) und das Tessin (-0,3%) verzeichnen dagegen eine Abnahme der Gründungen gegenüber dem Vorjahr.

Die Kantone mit dem stärksten prozentualen Wachstum sind Appenzell Innerrhoden (+14%), Glarus (+13%), St. Gallen (+11%). Solothurn zeigte eine Zunahme um +8% auf, Aargau, Luzern und Zürich um je +2%.

Prozentual die stärksten Einbussen verzeichnen die Kantone Appenzell Ausserrhoden (-15%), Obwalden (-11%) und Zug (-9%).

Weniger Gründungen durch Frauen

Einige Branchen konnten 2019 einen regelrechten Boom aufweisen. Besonders starke Akzente setzten vor allem die Branchen Hightech, IT & ICT, Mobilität, Beratung, Architektur und Ingenieurwesen, Transport und Logistik sowie das Immobilienwesen. Weniger gegründet wurde in den Branchen Marketing und Kommunikation, Detailhandel sowie Grosshandel.

Rund 76% der neuen Firmen wurden durch Männer gegründet. Der Frauenanteil beläuft sich somit auf knapp einen Viertel aller Neugründungen. Allerdings vermerkt das Institut für Jungunternehmen, dass viele neue Unternehmen durch mehr als eine Person gegründet werden und die Analyse bezüglich der Verteilung der Geschlechter dadurch verwässert. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Schweiz im internationalen Durchschnitt leicht zurückliegt, was die Anzahl der Gründungen durch Frauen betrifft.

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