Die Verhandlungen über die Verlängerung des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) seien von Anfang an angespannt verlaufen, heisst es in einem am Freitag veröffentlichtem Communiqué der vier Swiss-Sozialpartner. Die Swiss habe die Arbeitnehmervertreter mit umfangreichen Sparvorschlägen konfrontiert.

Namentlich die Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 41 auf 43 Stunden ohne Kompensation sowie die Erhöhung des Pensionsalters von 63 auf 64 Jahre seien im Vordergrund gestanden. Die Swiss begründete das den Angaben zufolge mit dem Spardruck im Mutterkonzern Lufthansa.

Die Arbeitnehmerorganisationen anerkennen die angespannte Lage, der Leistungsabbau des Arbeitgebers um rund 5 Prozent war ihnen dann aber doch zu viel, wie sie schreiben.

Der Verhandlungsabbruch erfolge auch vor dem Hintergrund erfreulicher Zahlen bei Swiss und der Tatsache, dass die meisten Bodendienst-Angestellten in den letzten zehn Jahren lediglich einmal eine Lohnerhöhung erhalten hätten, hiess es weiter.

Türen nicht zugeschlagen

Nach dem Verhandlungsabbruch schlugen die Arbeitnehmervertretungen die Türe zu neuen Gesprächen nicht ganz zu, sie wollen aber erst ihre Mitglieder konsultieren.

Die Airline ihrerseits teilte den Gewerkschaften mit, den GAV auf den 30. Juni 2014 zu kündigen. Auch sie schlägt die Türe nicht zu. Swiss-Sprecherin Myriam Ziesack sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, die Fluggesellschaft biete ihren Sozialpartnern Neuverhandlungen im Januar an.

Dass sich die Airline nicht konzessionsbereit gezeigt habe, bestritt Ziesack. Der Leistungsabbau seitens der Swiss habe am Schluss unter 5 Prozent gelegen. Zudem habe der Vorschlag bei der Wochenarbeitszeit eine Erhöhung auf 42,5 Stunden gelautet.

Dem GAV unterstehen 1600 Beschäftigte des Swiss-Bodenpersonals. Sozialpartner sind der Angestelltenverband KV Schweiz, der Verkehrspersonalverband SEV, die Gewerkschaft vpod sowie der Personalverband Push.