Abgas-Skandal

BMW weist Vorwürfe zurück: «Bei uns wird nicht manipuliert»

Der BMW 740Le an der Frankfurter Automesse IAA Mitte September.

Der BMW 740Le an der Frankfurter Automesse IAA Mitte September.

Der Autobauer BMW hat einen Bericht über angebliche Manipulationen von Werten bei Abgastests zurückgewiesen. Auch andere Auto-Hersteller weisen die Vorwürfe zurück.

Der Autobauer BMW hat einen Bericht über angebliche Manipulationen von Werten bei Abgastests zurückgewiesen. "Grundsätzlich gilt: Bei der BMW Group wird nicht manipuliert, und wir halten uns selbstverständlich in jedem Land an die gesetzlichen Vorgaben und erfüllen alle lokalen Testvorgaben", erklärte das Unternehmen am Donnerstag.

Zuvor waren die Aktien des Autobauers auf Talfahrt gegangen, nachdem "Auto Bild" berichtet hatte, dass nicht nur VW-Dieselautos von Grenzwert-Überschreitungen bei Abgastests betroffen gewesen seien.

So habe der BMW X3 xDrive 20d bei einem Strassentest des International Council on Clean Transportation (ICCT) den Euro-6-Grenzwert für Stickoxid um über das Elffache überschritten. Daraufhin gab der Kurs der BMW-Aktie zeitweise um fast zehn Prozent nach.

Ergebnisse nicht nachvollziehbar

Dazu erklärte BMW: "Die in der "Auto Bild" angeführten Ergebnisse zu den Emissionen des BMW X3 im Rahmen eines nicht näher beschriebenen Strassentests sind uns bisher nicht bekannt und daher für uns derzeit weder nachvollziehbar noch erklärbar." Man werde den ICCT kontaktieren und um Aufklärung zu dem Strassentest bitten.

BMW verwies auf zwei Studien des ICCT, wonach der BMW X5 wie auch 13 weitere getestete Fahrzeuge des Herstellers die gesetzlichen Anforderungen an Stickstoff-Emissionen erfüllt hätten.

Das ICCT hatte den Diesel-Skandal bei Volkswagen ins Rollen gebracht. Die Wolfsburger hatten zugegeben, dass weltweit rund elf Millionen Motoren des genannten Typs mit einer Software ausgestattet wurden, um die Messung des Schadstoffausstosses zu manipulieren. Am Mittwoch hatte VW-Chef Martin Winterkorn als Konsequenz aus dem Skandal seinen Posten geräumt.

Opel und Fiat halten sich an Vorgaben

Auch der deutsche Autobauer Opel hat gefälschte Abgas-Messungen in Fahrzeugen des General-Motors-Konzerns ausgeschlossen. "General Motors und seine Marken halten sich in allen Fahrzeugen strikt an die Emissionsvorgaben", teilte das Unternehmen mit.

Der Autohersteller Daimler setzt nach eigenen Angaben keine Manipulationstechnik zum Herunterregeln von Abgaswerten bei Diesel-Fahrzeugen ein. "Wir betrügen nicht, und wir setzen auch keine 'Defeat-Devices' ein - auch in Europa nicht", bekräftigte ein Daimler-Sprecher.

Der Autobauer Fiat Chrysler hat gefälschte Abgasmessungen in seinen Fahrzeugen ebenfalls ausgeschlossen. "Ich bin besonders stolz darauf, dass Fiat Chrysler weltweit zu den Firmen zählt, die am meisten die Umwelt respektieren", sagte Verwaltungsratschef John Elkann bei einer Veranstaltung in Rom, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete.

Den Volkswagen-Skandal wollte Elkann nicht direkt kommentieren. "Wie schwerwiegend das Geschehene ist, werden wir im Laufe der Untersuchungen besser verstehen", sagte der Enkel des Fiat-Patriarchen Gianni Agnelli (1921-2003).

Am Konsolidierungskurs von Fiat werde der Fall Volkswagen nichts ändern. In diesem Jahr werde FCA mehr als 900'000 Autos bauen, im nächsten über eine Million.

Meistgesehen

Artboard 1