Bahnunternehmen

BLS schreibt schwarze Zahlen - aber nur dank Sparmassnahmen

Ein S-Bahn-Zug vor imposanter Kulisse

Ein S-Bahn-Zug vor imposanter Kulisse

Die BLS ist letztes Jahr im Personenverkehr erneut gewachsen. Im Güterverkehr musste das Bahnunternehmen jedoch einen Rückschlag hinnehmen. Unter dem Strich schaute ein kleiner Konzerngewinn von 2,1 Mio. Franken heraus.

Doch damit ist die Konzernleitung nicht zufrieden, wie das Unternehmen in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Die schwarzen Zahlen erreichte das Unternehmen nur dank einschneidender Sparmassnahmen. Solche werde es auch weiterhin brauchen, um die Kosten bis 2015 insgesamt um 50 Mio. Franken dauerhaft zu senken.

2012 beförderte die BLS per Bahn, Bus und Schiff 58,2 Mio. Fahrgäste, ein Plus von 4,3 Prozent. Allein mit der Bahn waren pro Tag 147'000 Passagiere unterwegs.

Trotz Verkehrswachstum spürt das zweitgrösste Bahnunternehmen der Schweiz im Regionalen Personenverkehr die sich öffnende Kosten-Ertrags-Schere. Bei der Bewältigung der steigenden Nachfrage nehmen auch die Kosten für Verkehr und Infrastruktur zu.

Ein neuer, erheblicher Kostenfaktor sind nach Angaben der BLS die vom Bund auf Anfang Jahr erhöhten Trassenpreise. Auf der anderen Seite stagnieren die Erträge, nicht zuletzt auch deswegen, weil die öffentliche Hand unter starkem Spardruck steht.

Rückgang im Güterverkehr

Im Güterverker haperte es im vergangenen Jahr. BLS Cargo verzeichnet einen Rückgang der Verkehrsleistung um 13,4 Prozent. Gründe dafür waren unter anderem die vielen, langen Streckenunterbrücke auf den Transitachsen Gotthard und Simplon sowie die schwache Konjunktur im Euro-Raum, speziell in Norditalien.

Eine besondere Herausforderung stellt sich für die Gütertochter mit der neuen Situation am Gotthard: Dort verliert BLS Cargo die Verkehre ab 2014 an DB Schenker. Die BLS-Verantwortlichen hoffen, neue Verkehre zu gewinnen, um damit einen Teil der Verluste am Gotthard zu kompensieren.

Die Sanierung ihres Vorsorgewerks hat die BLS letztes Jahr weiterverfolgt. Erstmals konnte ein Deckungsgrad von über 100 Prozent erreicht werden, wie das Unternehmen weiter bekannt gab.

Im laufenden Jahr feiert das Bahnunternehmen seinen 100. Geburtstag. Aus der 1913 eröffneten, 60 Kilometer langen Bergstrecke von Frutigen nach Brig entwickelte sich mit den Jahren eine europäische Transitachse.

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