Wirtschaftsethik

Blocher kann das Bankgeheimnis moralisch verteidigen

Blocher will einen Lehrstuhl (Archiv)

Blocher will einen Lehrstuhl (Archiv)

Christoph Blocher verteidigt den Shareholder-Value und die Marktwirtschaft. Der alt Bundesrat und SVP-Vizepräsident sieht darin «das einzige System, das funktioniert». Die Ursachen der Wirtschaftskrise sieht er im Mangel an Bescheidenheit.

"Alle haben die Hochkonjunktur genossen", sagte Blocher im Interview mit der Zeitung "Sonntag". Menschen würden eben dazu neigen, in guten Zeiten über die Verhältnisse zu leben. Das System der Marktwirtschaft würde nur noch besser funktionieren, "wenn in der Hochkonjunktur alle bescheiden bleiben würden."

In der Rezession müsse man Bescheidenheit nun nicht mehr anmahnen, sie komme von selbst. Und Moralisieren bringe nichts. Moral sei zwar wichtig, aber eine Wissenschaft sei dies nicht.

"Trotzdem scheint Wirtschaftsethik als Wissenschaft gerade in Mode zu sein, selbst an der Wirtschaftshochschule St. Gallen", so Blocher weiter. Er überlege sich, seine Kandidatur für den frei werdenden Lehrstuhl einzureichen. "Ich finde diesen Lehrstuhl zwar unnötig, aber er besteht nun einmal."

Auf die Frage, ob seine Kandidatur ernsthaft gemeint sei, sagte Blocher: "Ja. Ich ordne derzeit meine Schriften, will mein Dossier einreichen und zeigen, was ich lehren würde". Demnach würde er unter anderem den Shareholder-Value thematisieren. "Und wenn es sein muss, kann ich auch das Bankgeheimnis moralisch verteidigen, das ist kein Problem."

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