Es klingt ganz nach einer positiven Meldung: Das Familienunternehmen Hug AG mit Sitz im luzernischen Malters wird im grossen Stil investieren. Das Volumen soll bei rund 20 Millionen liegen, davon fliessen rund 10 Millionen in den Standort Trimbach.

Doch die Investitionen fliessen, vornehmlich in Trimbach, in Rationalisierungsmassnahmen. Diese sind nötig, weil die Umsatzzahlen, seit der Übernahme der Marke Wernli vom deutschen Backwarenhersteller Bahlsen, im Sinken begriffen sind. Als Grund dafür nennt Werner Hug, Verwaltungsratspräsident der Hug AG, speziell die Auswirkungen des schwächelnden Euros. Im Jahr 2015 spricht Andreas Hug, Geschäftsleiter der Hug AG, von bis zu einer Million Franken Währungsverlust.

3,5 Prozent weniger Umsatz

Dieser Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort. Von 114 Millionen Schweizer Franken ging der Umsatz auf 110 Millionen zurück, was einem Minus von 3,5 Prozent gleichkommt. Zu diesem Ergebnis habe neben den erwähnten Euro-Schwierigkeiten im Jahr 2015 auch ein rückläufiger Biscuits- und Schokoladenkonsum beigetragen.

Dafür verantwortlich seien der lange, warme Sommer und der zunehmende Einkaufstourismus. «Das war so nicht eingerechnet, doch die ganze Branche hatte in diesem Jahr damit zu kämpfen», erklärt Werner Hug. Neben dem Umsatz fiel auch die Produktionsmenge um 350 Tonnen, was fast 4 Prozent entspricht. Dank der starken Performance der Marke Dar-Vida konnte aber der Marktanteil in der Schweiz gehalten werden.

(v.l.) Andreas Hug, Werner Hug und Thomas Gisler präsentieren die neuen Verpackungen der Marke Wernli.

(v.l.) Andreas Hug, Werner Hug und Thomas Gisler präsentieren die neuen Verpackungen der Marke Wernli.

Erfreulich entwickelte sich der Export-Umsatz der Marke Wernli. Konnte dieser doch um 12 Prozent gesteigert werden. Vor alle im Mittleren und Fernen Osten stieg der Umsatz an. Auch in der Sparte Food Service konnte Hug im Export zulegen. In der Schweiz sank der Umsatz jedoch um 2 Prozent.

Keine Temporären in Trimbach

Die schrittweise Zusammenführung der Produktions- und Administrationsbereich der Hug AG und der ehemaligen Firma Wernli führte dazu, dass die gesamte Administration im Hauptsitz in Malters beheimatet ist. Deshalb kam es im letzten Jahr noch einmal zu kleineren Verschiebungen von Stellen innerhalb des Betriebes, bei gleichbleibenden Vollzeitpensen von 341. Davon sind noch 131 Stellen (im Vorjahr 136) in Trimbach, welche von 142 (148) Mitarbeitenden bestritten werden. Der Umbau sei nun aber abgeschlossen, lässt Werner Hug verlauten.

Was nun aber nicht bedeutet, dass am Standort Trimbach keine Stellen in Gefahr sind. Der Rückgang des Produktionsvolumens führte bereits dazu, dass keine Temporär-Angestellten mehr in Trimbach beschäftigt werden.

Mit den Investitionen in Rationalisierungen steigt der Druck auf die Angestellten weiter, speziell in Trimbach. «Wenn wir weiter weniger produzieren können, kann es sein, dass in Trimbach in Zukunft weniger Leute angestellt sein werden», sagt Werner Hug. Momentan seien aber in der Produktion noch keine eigenen Leute betroffen.

Wernli-Markenoffensive 2016

Diesem Umstand möchte die Hug AG entgegentreten. Und zwar mit einer Markenoffensive rund um Wernli. Dazu wird der Slogan «Me het de Wernli eifach gernli» mit «Wernli teilt me gernli» ersetzt. Damit soll dem «Sharing»-Trend entsprochen werden.

Im französischen Sprachgebiet kommt der neuen Slogan zusätzlich mit einem Augenzwinkern daher. «Wernli – un pour toi, deux pour moi», heisst es dort und zeigt, dass «Sharing» nicht immer gerecht sein muss. Umgesetzt wird diese Massnahme zur Umsatzsteigerung mit einem breit abgestützten Marketing. Neben TV–Spots und einer Social Media-Kampagne gehören auch neue Verpackungen zum überarbeiteten Markenauftritt.

Neben diesen augenfälligen Neuerungen, welche ab April 2016 in den Läden zu sehen sein sollen, stehen auch im Hintergrund einige Veränderungen an. Diese betreffen einerseits die neue «Swissness»-Gesetzgebung, welche laut Thomas Gisler, Leiter Supply Chain, zu einem erhöhten Administrationsbedarf führen dürfte. «Anstatt die Bürokratie zu reduzieren, bauen wir munter weitere Administrationen auf», lässt er sich zitieren.

Weiter weist Gisler daraufhin, dass die Ablösung des sogenannten «Schoggigesetzes», welches die Preisdifferenz von Rohstoffen und Halbfertigprodukten von der Schweiz zum Ausland mit Subventionen ausgleichen soll, die gesamte Branche in Zukunft prägen wird.