UBS-Mitarbeiter

Bis zu 80 Anmeldungen erwartet

Im Einsatz RAV-Leiter: Peter Greif mit einem Kunden (mke)

Peter Greif

Im Einsatz RAV-Leiter: Peter Greif mit einem Kunden (mke)

Die Entlassungswelle bei der Grossbank UBS wird ihre Wirkung auch im Limmattal entfalten. Damit Banker einen neuen Job fänden, seien Offenheit für Neues und Bereitschaft zu Lohnverzicht notwendig, sagt RAV-Leiter Peter Greif. Das RAV ist auf Einschreibungen von UBS-Angestellten vorbereitet.

Matthias Kessler

Die Zahlen von Unternehmensseite: Die UBS streicht, wie sie gestern bekannt gab, 8700 Stellen, davon 2500 in der Schweiz; es wird von 1200 bis 1500 Entlassungen ausgegangen. Die Auswirkungen dieser Zahlen auf den Kanton Zürich, aufs Limmattal: Gemäss Peter Greif, Leiter des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) in Dietikon, wird mit 800 bis 1100 entlassenen UBS-Angestellten im Grossraum Zürich gerechnet, davon 50 bis 80 im Limmattal.

Absehbar sei, dass unter anderem auch Personen mit Wohnsitz in den bevorzugten Lagen der Limmattaler Gemeinden betroffen sein dürften und sich neu im RAV anmeldeten, so Greif.

Im RAV Dietikon betreue man das ganze Jahr hindurch Bankangestellte, hält Greif weiter fest. Das Know-how zur Unterstützung und Vermittlung in diesem Bereich sei ausreichend vorhanden, auf zusätzliche Mandate sei man vorbereitet.

Hilfreicher Seitenwechsel

Man habe, erklärt Greif, unter den Personalberatern einige Spezialisten im Bankenwesen, die sich in der Segmentierung dieser Fachrichtung bestens auskennen würden. Dazu beigetragen habe unter anderem das Projekt Seitenwechsel, bei dem RAV-Mitarbeitende für eine Woche, einige gar für drei Monate, im letzten Jahr Einblick in den Berufsalltag unter anderem auch von Bankern erhalten und dabei wertvolle Kontakte geknüpft hätten.

Gute Jobchancen, aber . . .

In solchen Fällen findet nach der Ankündigung der Entlassungen laut Greif oft als erster Schritt ein Gespräch zwischen Vertretern des kantonalen Amts für Arbeit und Wirtschaft, dem die Vermittlungszentren unterstellt sind, mit den betreffenden Personalabteilungen statt. Dabei gehe es, so Greif, meistens um die Frage, in welcher Weise Unterstützung angeboten werden könne. «Möglichkeiten sind die Durchführung einer Informationsveranstaltung für die Betroffenen oder die Einrichtung eines Help-Desks respektive einer Hotline», führt er aus. Insbesondere gehe es darum, die Kündigungsfrist «proaktiv zu nützen», um schnellstmöglich eine Anschlusslösung zu finden.

Entlassene Bankangestellten hätten dank ihrer mehrheitlich guten Ausbildung auf dem Jobmarkt gute Chancen, meint Greif. «Allerdings ist dafür Offenheit für einen Wechsel in eine andere Branche ebenso vonnöten wie die Bereitschaft, allenfalls auf einen Teil des bisherigen Lohns zu verzichten», stellt er klar.

2100 Personen gemeldet

Insgesamt sei im Bezirk Dietikon «eine steigende Arbeitslosigkeit spürbar», sagt Greif. Der grosse Schub sei allerdings noch nicht feststellbar - monatlich nähmen die Anmeldungen, wie im letzten halben Jahr üblich, um rund 100 Personen zu. Im RAV Dietikon seien derzeit gegen 2100 Personen angemeldet.

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