Alois Gmür rechnet damit, dass während der WM rund zehn Prozent mehr Bier verkauft wird als sonst. Der Schwyzer CVP-Nationalrat leitet die Brauerei Rosengarten in Einsiedeln SZ und ist Präsident der IG unabhängiger Klein- und Mittelbrauereien.

Auch die zwei grössten Brauereien der Schweiz rechnen mit einem positiven WM-Effekt. Bei Heineken Switzerland geht man von einer "signifikanten Steigerung" aus. Feldschlösschen-Sprecherin Gabriela Gerber sagt: "Ein solches Grossereignis lässt den Jahresumsatz erfahrungsgemäss um etwa 0,5 Prozent steigen."

Bei der EM 2008, die in der Schweiz und in Österreich durchgeführt wurde, seien zusätzlich 50'000 Hektoliter Bier verkauft worden. Der Bierabsatz im Juni 2008 habe um 20 Prozent über demjenigen des Vorjahres gelegen. "Eine WM auf einem anderen Kontinent ist mit dem Event im eigenen Land aber nicht zu vergleichen", sagte Gerber.

Wetter ist "matchentscheidend"

Der tatsächliche Verkaufserfolg während der WM in Brasilien hängt gemäss Bierbrauer Alois Gmür vor allem davon ab, wie erfolgreich die Schweizer in Brasilien spielen. "Je länger die Schweizer mit dabei sind, desto mehr Menschen verfolgen die Spiele mit. Und umso höher ist der Bierkonsum." Natürlich werde auch nach jedem Sieg der Schweizer kräftig angestossen.

Neben dem Erfolg der Nati spielt auch das Wetter eine grosse Rolle. "Gutes Wetter kann matchentscheidend sein", sagte Jan Freitag von Heineken Switzerland.

"Samba-Samba" und "Trainings-Lager"

Viele Brauereien nutzen die anstehende Fussball-Weltmeisterschaft für ihr Marketing. Die Brauerei Baar aus dem Kanton Zug etwa lancierte das "Samba-Samba-Bier", die Schaffhauser Falken-Brauerei bietet "passend zu jedem Fussballspiel" das "Trainings-Lager".

Feldschlösschen bringt, in Anlehnung an das brasilianische Nationalgetränk, ein "Eve Caipirinha" auf den Markt. Andere Brauereien locken mit Wettbewerben und gratis Fanartikeln.

Spezialbiere werden es bei den typischen Fussballfans erfahrungsgemäss allerdings schwer haben. Zum Fussballspiel werde vorwiegend Lagerbier getrunken, sind sich die Brauerei-Vertreter einig.

Rückgang beim inländischen Bier

Laut Angaben des Brauerei-Verbandes (SBV) hat letztes Jahr jeder Schweizer im Schnitt 56,5 Liter Bier getrunken. Gekauft werden allerdings immer häufiger ausländische Marken. 2013 setzten die Schweizer Brauereien 4,1 Prozent weniger ab als im Vorjahr. Die Bierimporte nahmen um 9,1 Prozent zu.

Mit dem "Tag des Schweizer Bieres", der dieses Jahr zum dritten Mal stattfindet, wollen die hiesigen Brauereien nun für die eigenen Produkte werben. Auf dem Programm stehen verschiedene Bier-Lancierungen und Betriebsrundgänge. Mehrere Brauereien bieten Freibier an.