Auf dem Flug LX 155 von Mumbai nach Zürich reisten die krabbelnden Schädlinge in der Businessclass mit, wie Sprecherin Myriam Ziesack gegenüber der «Schweiz am Sonntag» bestätigt. «Nachdem der Vorfall bekannt wurde, wurde das betroffene Flugzeug temporär aus dem Flugverkehr genommen», sagt Ziesack.

Schädlingsbekämpfer untersuchten das Flugzeug mit einem Spürhund. «Die Kabine wurde anschliessend mit einem speziellen Heissluftofen auf 60 Grad erwärmt. Dabei wurden sämtliche Wanzen und deren Larven vernichtet», sagt Ziesack. Seit Freitag ist die Maschine wieder unterwegs.

«Airlines, wie auch Hotels können wenig dagegen tun», sagt Ziesack. Die Kabinen würden nach jedem Flug gereinigt. Die Wanzen seien aber schwierig zu entdecken, da sie sich in kleinste Ritzen und Spalten verkriechen.

Tatsächlich besteht laut Experten kein Zusammenhang mit mangelnder Hygiene. Die Wanzen werden über Gepäckstücke eingeschleppt. Seit einigen Jahren steigen international die Vorfälle. Als Ursache für das zusätzliche Aufkommen der Schädlinge nennt Marcus Schmidt von der Beratungsstelle Schädlingsbekämpfung der Stadt Zürich die zunehmende Reisetätigkeit der Menschen. In Genf haben sich die Bettwanzen-Vorfälle gegenüber dem Vorjahr gar verdreifacht.

Für die Kammerjäger sind die Wanzen ein gutes Geschäft. Die Behandlung eines befallenen Zimmers kostet zwischen 800 und 1500 Franken. Die Schädlingsbekämpfer der Zürcher Firma Anticimex sind dieses Jahr bereits rund hundert Mal ausgerückt. Das sind laut Geschäftsleitungsmitglied Daniel Casanova noch nicht so viele Fälle wie in Genf, aber rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr.