Geselle sich noch die Gefahr von auf breiter Front fallender Preise hinzu, würde dies für weiteren Stützungsbedarf sprechen, fügte der Notenbankchef vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses in seinem Halbjahresbericht hinzu.

Bernanke verwies ausdrücklich darauf, dass die Notenbank bei ihren bereits nach unten korrigierten Wirtschaftsprognosen vom Juni die enttäuschenden Daten vom Jobmarkt noch nicht berücksichtigen konnte.

Die Arbeitslosenquote war im Juni überraschend auf 9,2 gestiegen und der Arbeitsplatzaufbau weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Dies nährte Spekulationen, die Notenbank könnte nach den Mitte des Jahres ausgelaufenen Bond-Ankaufprogramm im Volumen von 600 Mrd. Dollar ein weiteres Stützungspaket auflegen.

Die US-Notenbank hat bereits zwei Anleihenkaufprogramme durchgeführt. Damit sollten langfristige Zinsen gesenkt und die von Finanz- und Wirtschaftskrise gerupften Amerikaner zum Konsum verleitet werden. Vor allem ging es der Fed auch darum, die Gefahr einer hochriskanten Deflation, eines Preisverfalls auf breiter Front, abzuwenden.

"Haben genug Munition"

Das Programm war vom Ausland teilweise scharf kritisiert worden. Zugleich machte Bernanke deutlich, dass die Fed den historisch niedrigen Leitzins von null bis 0,25 Prozent über einen längeren Zeitraum beibehalten will. Die Notenbank habe genügend Munition, um im Notfall erneut stützend einzugreifen zu können, meinte Bernanke.

Mit Sorge äusserte sich Bernanke auch zu dem gegenwärtigen politischen Streit um die Erhöhung des US-Schuldenlimits von 14,3 Billionen Dollar. Ein Kreditausfall würde eine grosse Krise verursachen.