Dabei zeigt sich, dass schwierige Bedingungen nicht unbedingt mit einem negativen Lebensgefühl einhergehen müssen. Genf schwingt beispielsweise obenaus bei so unerfreulichen Themen wie Arbeitslosigkeit, überfüllte Wohnungen, Strassenlärm, Einbrüchen und Verkehrsunfällen. Trotzdem hat Genf von den acht untersuchten Schweizer Grossstädten die tiefste Sterberate von unter 65-Jährigen. Auch die Suizidrate ist mit zwölf Fällen pro 100'000 Einwohnern vergleichsweise tief.

Neben Genf fällt auch Lugano aus dem Rahmen, wie die Broschüre des Bundesamts für Statistik zeigt. Die Stadt weist von den acht untersuchten Zentren die geringste Erwerbsquote auf - nirgendwo sonst sind prozentual so wenig Einwohner erwerbstätig. Dennoch wird dort am wenigsten Sozialhilfe bezogen. Etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung erhalten Stütze, in Genf dagegen benötigt fast jeder zehnte Beihilfe vom Staat.

Tief ist in Lugano auch die Quote an fremdbetreuten Kindern: Weniger als 40 Prozent der unter Dreijährigen gehen in die Kita oder zur Tagesmutter. In Zürich dagegen beträgt der Anteil über 95 Prozent.

Wenig überraschend hat Lugano auch das grösste Naherholungsgebiet von den acht Städten. Das wirkt sich offenbar auch auf die Gesundheit aus: Auf 1000 Luganesi kommen nur acht Ärzte. In der Bundesstadt Bern sind es dagegen 18.

An der mangelnden Zerstreuung kann es nicht liegen, dass Berner scheinbar öfter krank sind: Bern hat im Verhältnis zur Bevölkerungszahl das zweitgrösste Kulturangebot gleich nach Lugano. Und mit über 50 Sesseln auf 1000 Einwohner fast doppelt so viele Kinositzplätze wie das zweitplatzierte Lausanne.

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