Die Industrie habe das deutsche Verteidigungsministerium im vergangenen März über den vorübergehenden Ausfall eines Zulieferers von Ersatzteilen informiert, sagte ein Sprecher den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. Den Zeitungen zufolge wurde im Kühlsystem der Selbstschutzanlage des Jets ein Leck gefunden. Die Maschinen können zwar fliegen, seien aber auf einen echten Einsatz nicht vorbereitet.

Alle Beteiligten arbeiteten mit Hochdruck an einer Lösung - "wir sehen hier die Industrie in der Pflicht, an der Entwicklung einer schnellen und tragfähigen Lösung mitzuwirken", sagte der Ministeriumssprecher. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im deutschen Parlament, Wolfgang Hellmich, sprach von einem "sehr ernsten Problem".

"Der Spiegel" hatte vor wenigen Tagen berichtet, wegen technischer Probleme beim Selbstschutzsystem seien nur rund zehn Jets für echte Einsätze startklar. Wegen nicht verfügbarer Bewaffnung könnten derzeit sogar nur vier Eurofighter für reale Missionen eingesetzt werden. Die Bundeswehr bestätigte technische Probleme mit dem Kampfjet, nannte aber aus Geheimhaltungsgründen keine konkreten Zahlen. Die Luftwaffe nannte die Zahlen nicht nachvollziehbar.

In der Schweiz will der Bundesrat ab 2025 die Tiger- und die F/A-18-Flugzeuge mit bis zu 40 neuen Maschinen ersetzen. In Diskussion sind dabei ebenfalls der Eurofighter des Herstellers Airbus. In Frage kommen aber auch der Gripen E des schwedischen Herstellers Saab, der Rafale von Dassault, der F/A-18 Super Hornet von Boeing und das Tarnkappenflugzeug F-35A von Lockheed Martin.