Tourismus

Bergbahnen und Schifffahrt haben im Juli besonders gelitten

Trübe Aussicht rund ums Stanserhorn (Archiv)

Trübe Aussicht rund ums Stanserhorn (Archiv)

Das schlechte Wetter im Juli hat dem Tourismus in der Schweiz das Geschäft vermiest. «Dieses Wetter war nicht durchschnittlich, sondern unterirdisch», beklagte sich der Direktor von Schweiz Tourismus, Jürg Schmid in der «SonntagsZeitung».

Im Alpenraum gehe er bei den Logiernächten für die Sommersaison von einem Minus aus, sagte Schmid. Für das ganze Land rechne er im Vergleich zum letzten Jahr mit einer Stagnation. Die ursprüngliche Prognose von einem Plus von 1,7 Prozent sei wegen des schlechten Wetters "illusorisch".

Gelitten haben laut Schmid vor allem Bergbahnen, Schifffahrt und Events. Auch SAC-Hütten habe es schlimm erwischt. "Bergtouren waren zum Teil gar nicht möglich."

Der Tourismus-Direktor hofft nun auf einen guten Herbst. Viele Menschen in der Schweiz hätten angesichts des schlechten Sommerwetters die Ferien in den Herbst verlegt. "Irgendwann ist ausgeregnet", sagte Schmid.

Sorge bereitet dem Schweizer Tourismus nebst dem Wetter aber auch die Krise in Russland. Dies dürfte sich vor allem im Winter zeigen, wenn viele Russen in Destinationen wie St. Moritz oder Gstaad reisen. Beim Tourismus aus Russland werde man wegen der politischen Lage und dem schwachen Rubel ein sattes Minus sehen, sagte Schmid.

Grosseltern als Zielgruppe

Auch die Zukunft sieht es laut Schmid unter anderem wegen des starken Frankens nicht sonderlich gut aus. "Ich erwarte eine längere Phase der Stagnation, denn selbst Gäste aus den boomenden Ländern wie China, Indien und Indonesien werden die ausbleibenden Touristen aus Europa nicht ausgleichen können."

Verbesserungspotenzial sieht er in einer besseren Zusammenarbeit der Ferienorte. "Wir haben zu viele kleinere Destinationen", sagte Schmid. Es brauche grössere Einheiten, auch bei den Seilbahnen und den Hotels.

Weiter gelte es den generationenübergreifenden Tourismus zu fördern. "Es reisen nicht nur Mutter, Vater, Kinder, sondern auch Grosseltern mit", sagte Schmid. Eine Destination müsse die Bedürfnisse aller Generationen erfüllen, was etwa gegen reine Kinderhotels spreche.

"Da stimmt es dann oft nur für die Kinder, aber nicht für die Erwachsenen." Dies sei matchentscheidend, denn das einzig wachsende Segment seien die über 50-Jährigen.

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