"Der jüngste Aufschwung spiegelt mehr als nur vorübergehende Faktoren wider", sagte Bernanke in New York. Eine Fortsetzung des Aufschwungs sei wahrscheinlich.

Anhaltende Engpässe bei der Kreditvergabe und ein schwacher Jobmarkt "lassen das Wachstum allerdings nicht so robust ausfallen, wie wir es uns erhoffen". Alles in allem erwarte er 2010 ein "moderates" Plus.

Der Leitzins werde angesichts der angespannten Konjunktur noch "für einen längeren Zeitraum" in seiner historisch niedrigen Spanne zwischen Null und 0,25 Prozent verharren, sagte Bernanke. Allerdings könnten "bedeutsame Veränderungen" in der Wirtschaft die Aussichten für die Zinsentwicklung auch ändern.

Obwohl sich weite Teile des Finanzsystems dank der staatlichen Hilfen inzwischen erholt hätten, stünden vor allem Haushalte und kleine Firmen noch immer vor Problemen, an Kredite zu kommen. Die Zahl der betroffenen Unternehmen sei fast auf einem Rekordstand.

Der Arbeitsmarkt ist laut Bernanke "der zweite Bereich, der grosse Sorge bereitet". Derzeit lasse sich allenfalls positiv vermerken, dass sich die Verschlechterung der Lage verlangsamt habe.

Im vergangenen Monat war die US-Arbeitslosenquote auf 10,2 Prozent gestiegen, der höchste Stand seit 1983. Die Arbeitslosigkeit werde sich angesichts des erwarteten, moderaten Wachstums nur langsam verringern, sagte der Fed-Chef.

Die US-Wirtschaft war im dritten Quartal zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr gewachsen. Das überraschend kräftige Plus von aufs Jahr hochgerechnet 3,5 Prozent signalisiert das Ende der Rezession. Ökonomen gehen davon aus, dass die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten im Juni oder Juli zu Ende ging.