«Die Schadenssumme übersteigt 100‘000 Franken», bestätigt ein ehemaliges Lidl-Kadermitglied die Recherche des Nachrichtenmagazins «10vor10» von SF. «Im zentralen Warenlager wurden ganze Paletten mit Navigationsgeräten, Fernsehern gestohlen. Aber auch Lebensmittel werden entwendet. Alles, was man sich vorstellen kann.»

Staatsanwaltschaft: «Diebstähle über längeren Zeitraum»

Die Thurgauer Staatsanwaltschaft bestätigt die Diebstähle im grossen Stil. Aktuell führt die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung durch - verdächtigt werden Lidl-Mitarbeiter, die im Lager selbst tätig waren. Staatsanwalt Urs Zellweger: «Die Diebstähle betreffen einen längeren Zeitraum. Gestohlen wurden Nahrungsmittel und Artikel der Unterhaltungselektronik.»

Lidl spricht von «schwarzen Schafen»

Lidl will sich zu den Ermittlungen gegen sein eigenes Personal nicht im Detail äussern. Sprecherin Paloma Martino schreibt «10vor10»: «Unsere Mitarbeitenden verhalten sich korrekt gegenüber dem Unternehmen. Ausnahmen in Einzelfällen sind bedauerlich.»

Laut Gewerkschaft Unia sind die Diebstähle im zentralen Warenlager nur ein Missstand bei Lidl unter vielen. Gewerkschafter Robert Schwarzer verurteilt die Diebstähle scharf. Doch Schwarzer sagt zu «10vor10»: «Die Mitarbeiter im Verteilzentrum verdienen 2700 Franken netto, wie sollen die Leute davon überleben?» Lidl hingegen spricht von «guten Arbeitsbedingungen» im Verteilzentrum Weinfelden. (muv)