Industrie

Bei Wegfall der Bilateralen droht Abbau in der MEM-Industrie

Einstellungsstopp und Personalabbau: für viele Unternehmen der Schweizer Maschinenindustrie hätte ein Ende der Bilateralen drastische Folgen. (Archiv)

Einstellungsstopp und Personalabbau: für viele Unternehmen der Schweizer Maschinenindustrie hätte ein Ende der Bilateralen drastische Folgen. (Archiv)

Einstellungsstopp und Personalabbau, Verringerung der Investitionen und Verlagerung in die EU: Ein Wegfall der bilateralen Verträge hätte laut einer Studie schwerwiegende Folgen für die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM).

Dies geht aus einem Bericht des MEM-Industrieverbands Swissmem zu einer Studie hervor, der am Donnerstag der Nachrichtenagentur sda vorlag. Bakbasel hat die Studie im Auftrag von Swissmem durchgeführt.

Demnach gaben knapp 70 Prozent der befragten 184 Firmen an, bei einem Wegfall der Bilateralen einen Einstellungsstopp zu verfügen oder Personal abzubauen. Von den Grossunternehmen wäre dies sogar bei fast 85 Prozent der Fall.

Über die Hälfte der Unternehmen würde gemäss der Studie in den ersten drei Jahren nach Verlust der Bilateralen weniger Investitionen in den Standort Schweiz tätigen. Fast die Hälfte der Unternehmen gibt an, dass sie innerhalb von drei Jahren nach Wegfall der Bilateralen Unternehmensteile oder die gesamte Firma in den EU-Raum verlagern würden.

Engpässe ohne Personenfreizügigkeit

Auch ein Ende der Personenfreizügigkeit hätte laut dem Bericht einschneidende Konsequenzen für die MEM-Industrie. Bei etwas mehr als der Hälfte der Unternehmen würden in diesem Fall Personalengpässe in der Produktion entstehen. Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen erwarten, geeignete Fachkräfte nicht mehr in einer angemessenen Frist rekrutieren zu können.

Rund zwei Drittel der Unternehmen gehen von steigenden Personalkosten aus. Für etwa die Hälfte der KMU und drei Viertel der Grossunternehmen wäre die Verlagerungen von Arbeitsstellen ins Ausland eine Option.

Wichtig bis unverzichtbar

Mehr als drei Viertel der Unternehmen halten gemäss Studie die bilateralen Verträge mit der EU für wichtig bis unverzichtbar. Die bilateralen Verträge verschafften der MEM-Industrie einen diskriminierungsfreien Zugang zum riesigen EU-Binnenmarkt und damit zu neuen Märkten und Kunden, heisst es.

Die Schweizer MEM-Industrie exportiert fast 80 Prozent ihrer Produkte. Mit einem Anteil von rund 60 Prozent ist die EU der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt der MEM-Industrie. Zwischen 2002 und 2008 stiegen die Exporte der Schweizer MEM-Industrie in die EU um über 40 Prozent. Damit entfielen fast 60 Prozent des Gesamtwachstums auf die Exportsteigerungen in die EU.

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