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Bei einer Verschärfung der Krim-Krise werden Anleger in den Franken flüchten

Demonstranten auf der Krim schwenken die russische Flagge

Demonstranten auf der Krim schwenken die russische Flagge

Notenbanken blicken auf die Ukraine: Heute, einen Tag nach der Abstimmung, ob die Halbinsel Krim zu Russland will, wird sich zeigen, ob und wie stark die Börsen auf den Ausgang des Krim-Referendums reagieren werden.

Für die Präsidentin der US-Notenbank (Fed), Janet Yellen, und ihre Kollegen der wichtigsten Notenbanken steht eine arbeitsreiche Woche bevor.

Analysten vermuten, dass die Notenbanken selbst dann nicht eingreifen werden, wenn die Aktienkurse weltweit um einige Prozente fallen, die Staatsanleihen besonders sicherer Länder teurer werden, der Goldpreis durch die Decke schiesst und Anleger in «sichere» Währungen wie den US-Dollar oder den japanischen Yen flüchten.

Nur die Schweizerische Nationalbank könnte zum Eingreifen gezwungen werden, wenn der Euro gegenüber dem Franken bedrohlich in Richtung 1.20 absackt.

Wichtige Märkte im Fokus

Die Analysten gehen davon aus, dass die Notenbanken lediglich dann gemeinsam handeln, wenn es auf den wirklich wichtigen Märkten zu gravierenden Problemen kommen würde, etwa zum Ausverkauf bei US-Staatsanleihen oder zu Problemen auf dem Interbanken-Kreditmarkt.

Ein grosser Kurseinbruch bei den US-Staatsanleihen, ausgelöst beispielsweise durch massive Verkäufe der russischen Notenbank, die solche Anleihen in dreistelliger Milliardenhöhe hält, hätte weitreichende Folgen, weil es zu einer Kaskade weiterer Verkäufe von Wertpapieren kommen könnte. Denn die US-Staatsanleihen gelten mit als die sichersten der Welt, und sie bilden aufgrund ihrer Liquidität die Basis für unzählige weitere Finanzgeschäfte.

Milliardenverluste bei der Fed

So oder so – am Mittwoch stellt sich Yellen in Washington zum ersten Mal der Presse. Sie wird an den Tagen zuvor zum ersten Mal die Monatssitzung des Offenmarktausschusses der Fed leiten. Von der Entwicklung um die Ukraine wird es auch abhängen, ob die Fed am Drosselungstempo des Anleihen-Aufkaufprogramms festhält. Analysten rechnen mit einer weiteren Reduktion um zehn Milliarden Dollar pro Monat.

Vergangene Woche veröffentlichte die Fed ihren Geschäftsbericht für das letzte Jahr. Nach einem Gewinn von 13 Milliarden Dollar im Jahr 2012 hat die US-Notenbank inzwischen nicht realisierte Verluste von über 53 Milliarden Dollar angehäuft. Besonders das 38 Milliarden Dollar schwere Portfolio an Immobilienkreditverbriefungen steht laut dem Geschäftsbericht mit 38 Milliarden Dollar zu hoch in den Büchern. Ein guter Teil dieser Kredite kommt von den Banken – am Donnerstag wird die Fed über die Ergebnisse des Stresstests bei US-Banken berichten.

Die Fed ist nicht die einzige Notenbank, die diese Woche von sich reden machen wird. Am Donnerstag wird die geldpolitische Lagebeurteilung veröffentlicht. Analysten gehen von der Fortsetzung der Tiefzinspolitik und der Euro-Kursuntergrenze bei Fr. 1.20 aus.

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