Bankenwesen

BayernLB-Chef muss wegen Hypo-Debakel den Sessel räumen

BayernLB-Chef Michael Kemmer muss gehen

BayernLB-Chef Michael Kemmer muss gehen

Nach dem Milliarden-Debakel der BayernLB in Österreich muss Landesbank-Chef Michael Kemmer gehen. Kemmer stelle sein Amt zur Verfügung, bestätigte die bayerische Staatskanzlei nach einer Sondersitzung des Kabinetts in München.

Der Chef der BayernLB trägt damit die Konsequenzen aus der Verstaatlichung der österreichischen BayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria (HGAA).

Rund 3,7 Mrd. Euro hat die BayernLB beim Kauf der österreichischen Hypo Alpe Adria (HGAA) verbrannt. Den Schaden haben die Steuerzahler. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer rechtfertigte die Verstaatlichung: Ein Kollaps der Bank wäre doppelt so teuer gekommen.

Das Funding - Kredite der BayernLB an die HGAA - in Höhe von fast vier Milliarden Euro wäre bei einer Insolvenz vollständig verloren gewesen, wie der CSU-Politiker erklärte. Ein Zusammenbruch der Hypo Alpe Adria hätte ausserdem "erhebliche" Auswirkungen auf die Finanzmärkte gehabt.

Der Abschreiber für Bayern sei "schmerzlich", sagte Seehofer weiter. Er und seine Partei befürchten darüber hinaus schwere Kollateralschäden. Denn das Ansehen der CSU in der Wirtschafts- und Finanzpolitik hat sehr gelitten.

Zuvor hatte Österreichs Finanzminister Josef Pröll die Verstaatlichung der HGAA bekanntgegeben. Er sprach von der schwierigsten Situation, die es für die österreichischen Banken in den letzten Jahrzehnten gegeben habe.

Ein Zusammenbruch "hätte einen Dominoeffekt auslösen können, der sich gewaschen hat", berichtete Pröll in Wien vor Journalisten. Die Einigung wurde nur eine halbe Stunde vor Schalteröffnung der Bank verkündet. Es war ein Ansturm der Sparer auf ihre Konten befürchtet worden.

Gemäss der erzielten Einigung gibt die Bayern LB ihre Mehrheitsbeteiligung von 67 Prozent für einen Euro an die Republik Österreich ab. Dies hat einen Abschreiber von 2,3 Mrd. Euro zur Folge, wie der Aufsichtsratschef der BayernLB und bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon sagte.

Die Alteigentümer stellen zur Rettung der Bank 1,05 Mrd. Euro Kapital zur Verfügung, indem etwa Kredite umgewandelt werden. Österreich schiesst bis zu 450 Mio. Euro ein. Ausserdem erhält die Bank von den Alteigentümern gut 3,4 Mrd. Euro an Liquidität.

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