Wirtschaft

Bauwerk Parkett macht Boden gut

Bauwerk Parkett investiert auch am Hauptsitz in St. Margrethen unter anderem in die Automation der Produktion.       Bilder: Michel Canonica

Bauwerk Parkett investiert auch am Hauptsitz in St. Margrethen unter anderem in die Automation der Produktion. Bilder: Michel Canonica

2018 war für die Bauwerk Boen Group ein Wechselbad. Das Ergebnis des ersten Halbjahres 2019 zeigt nach oben.

Der kroatische Sommer hat die in St.Margrethen ansässige Bauwerk Boen Group auf den Boden unangenehmer klimatischer Tatsachen geholt. Klaus Brammertz, CEO der Gruppe, schüttelt den Kopf beim Rückblick auf das Jahr 2018. «Das erste Halbjahr war das wohl beste der Firmengeschichte und das zweite das schwierigste», gibt er unumwunden zu. Die Märkte in Deutschland und Norwegen waren buchstäblich eingebrochen. «Wenn zwei der fünf wichtigsten Märkte derart abnehmen, dann hat das natürlich starke Auswirkungen auf unser Geschäft», sagt er.

Gleichzeitig kam der Hitzesommer hinzu. In Kroatien, wo Bauwerk im Mai 2018 ein grosses Werk eröffnet hatte, stellte sich heraus, dass die Hitze und der Wind dort zu massiven Lagerungsproblemen der frisch geschlagenen Eichenstämme führte. «Man konnte das Holz keine zwei Stunden im Freien lagern, schon gab es Verfärbungen und Risse», sagt Brammertz. Dem wurde rasch Abhilfe geschaffen. «Aber die Lagerungsprobleme haben das Ergebnis mit gegen zwei Millionen Franken beeinflusst.»Inzwischen sei die Produktion dort gänzlich verschattet, und die Verbesserungen seien deutlich spürbar.

Alle wollen Böden aus Eiche

Am Standort in St.Margrethen hingegen läuft alles nach Plan. Der Schweizer Markt brummt. Eichenparkett ist gefragt. Doch Brammertz würde gerne auch andere Hölzer ins Angebot aufnehmen. Allein die Nachfrage nach Eichenparkett wächst. Andere Hölzer machen nur rund 5 Prozent aus. «Dabei versuchen wir immer wieder, neue Hölzer auf den Markt zu bringen.»

Mitarbeiter gestalten und bauen einen Park am Bauwerk-Hauptsitz in St.Margrethen. Bild: PD

Mitarbeiter gestalten und bauen einen Park am Bauwerk-Hauptsitz in St.Margrethen. Bild: PD

Auch der Handelsstreit zwischen China und den USA hat Einfluss auf das bodenständige Geschäft des Parkettherstellers. Neben der Verunsicherung der Märkte und Kunden hat gerade China ein Problem. «Dort gibt es keine Eichen mehr», sagt Brammertz. Das sei auch der Grund für das weltgrösste Aufforstungsprogramm. Aber Eichen wachsen langsam, bis sie geschlagen werden können. Je nach Lage sind das 80 bis 140 Jahre und mehr. Inzwischen kauft China vor allem auch in Frankreich und Deutschland ein und wirft das Parkett dann auf den europäischen Markt.

China als grösster Parketthersteller der Welt verlagere das Geschäft von Nordamerika wegen der dortigen Handelsprobleme zunehmend auf Europa, sagt Brammertz. Immerhin 70 Prozent des chinesischen Parkettgeschäfts habe bislang in Nordamerika stattgefunden. «Das macht uns natürlich auch zu schaffen.»

Klaus Brammertz, CEO Bauwerk Boen Group

Klaus Brammertz, CEO Bauwerk Boen Group

Dennoch ist die Bauwerk Boen Group gut unterwegs. Jährlich werden um die 12 Millionen Franken investiert. Das Geld fliesst in den Um- und Ausbau auch des Standorts St.Margrethen, in die weiteren Standorte sowie auch in die Digitalisierung. «Bei der Digitalisierung sind wir noch am Anfang. Da werden in den nächsten Jahren wohl noch einige Millionen fliessen», so Brammertz.

Gewinn schrumpft um einen Drittel

Der Chef nimmt die Zahlen des Semesterergebnisses 2019 zur Hand und erklärt, dass der Umsatz mit gut 142 Millionen Franken im ersten Halbjahr 2019 knapp unter der Vorjahresperiode gelegen habe. Er habe aber im Vergleich zum zweiten Semester 2018 um etwa 3,5 Prozent zugelegt. Mengenmässig entwickelten sich demnach die wichtigen Absatzmärkte Norwegen und Deutschland unterschiedlich. In Norwegen setzte sich der Rückgang im Parkettabsatz mit minus 17 Prozent weiter fort. Während sich in Deutschland die Marktsituation stabilisierte und die abgesetzten Volumen sich auch aufgrund von Marktanteilsgewinnen mit einem Plus von 10 Prozent positiv entwickelten. Der Unternehmensgewinn sank im Vergleich zum Vorjahr unterm Strich um 34 Prozent auf noch 4,6 Millionen Franken.

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