Dies solle nicht gegen, sondern in konstruktivem Dialog mit den Arbeitgebern passieren. Novatrava wolle aber keine Kampfansage an die Gewerkschaft Unia sein, in der mit Abstand am meisten Bauarbeiter Mitglied sind.

"Das ist nicht unsere Absicht", sagte Novatrava-Projektleiterin Barbara Schiesser auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda: "Wir wollen vor allem diejenigen Bauarbeiter erreichen, die noch nicht organisiert sind." Die Unia habe ihre Daseinsberechtigung. "Aber wir denken, dass es noch Platz hat für eine alternative Bauarbeiterorganisation."

Nicht alle Bauleute könnten sich mit der Kultur und den Ideologien der Gewerkschaften identifizieren. Mit deren Art und Weise seien in der Vergangenheit eher Lösungen verhindert denn ermöglicht worden. Die Gewerkschaften würden nur teilweise die Interessen der Bauarbeiter vertreten.

Nur für Bauarbeiter

"Wir sind eine Arbeitnehmervertretung, die auf eine lösungsorientierte, faire Art und Weise die Interessen ihrer Mitglieder vertritt", erklärte Schiesser. Im Mittelpunkt stünden faire Arbeitsbedingungen, Löhne, sichere Arbeitsplätze und ein flexibler Altersrücktritt.

"Wir setzen auf Argumente, Diskussionen und Lösungen, die alle Vertragspartner einen Schritt weiterbringen. Konfrontationen haben in der Vergangenheit niemanden weitergebracht", erklärte Schiesser, die Geschäftsführerin von Baukader Schweiz ist. Novatrava sei die erste Arbeitnehmerorganisation, die sich nur auf das Baugewerbe konzentriere, und sie sei politisch unabhängig.

Novatrava könne die Synergien mit Baukader Schweiz nutzen. In dem einstigen Schweizerischen Baukaderverband seien vor allem Poliere, Vorarbeiter und Bauführer zusammengeschlossen. Baukader Schweiz habe derzeit 4100 Mitglieder, sagte Schiesser.