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Bauern setzen bei Schädlingsbekämpfung auf Drohnen

Agrar-Drohnen von Fenaco bringen Schlupfwesen in Maisfelder.

Agrar-Drohnen von Fenaco bringen Schlupfwesen in Maisfelder.

Der Landwirtschafts-Riese Fenaco stellt seinen Landwirten im Kampf gegen Mais-Schädlinge neuerdings auch Agrar-Drohnen zur Verfügung. Die kleinen programmierbaren Helikopter bringen natürliche Feinde in Stellung.

Der grösste Feind der Bauern ist 14 Millimeter lang, bräunlich bis rötlich gefärbt und gilt als einer der wirtschaftlich bedeutendsten Maisschädlinge.

Gegen den Maiszünsler hilft dieses Jahr erstmals eine Kombination von Mini-Hightech-Drohne und biologischer Schädlingsbekämpfung: Ein kleiner, programmierbarer Helikopter bringt Schlupfwespen aus. Diese Wespen sind die natürlichen Feinde der Maiszünsler.

Ab Juni dürften die Drohnen erstmals über Schweizer Maisfelder kreisen. Der technisch versierte Bauer braucht dem Gerätchen nur die Flugroute und die Absetzpunkte einzuprogrammieren - den Rest erledigt die Drohne von selbst.

Bei Rabatten mitziehen

Die natürlichen Feinde von Fenaco sind die Launen der Konsumenten, Veränderungen bei den Agrarpreisen inklusive Wechselkursschwankungen und das Wetter.

«Natürlich müssen wir bei den Preissenkungen mitziehen, wenn das die Konkurrenten machen», schilderte gestern Fenaco-Geschäftsleitungsvorsitzender Martin Keller an der Medienorientierung zum letzten Geschäftsjahr die Zwangslage seiner Genossenschaft, die mit ihren Retailketten wie Volg und Landi sowie dem Verkauf von Produktionsmitteln an Bauern im letzten Jahr fast 5,7 Milliarden Franken umgesetzt hatte.

Um 0,7 Prozent mussten die Volg-Geschäfte ihre Preise im letzten Jahr niedriger anschreiben. Keller wähnt sich sicher gegenüber dem Einkaufstourismus: «Wir verkaufen in unseren Geschäften vor allem Güter des täglichen Lebens – und wegen eines Joghurts fährt niemand nach Deutschland zum Einkaufen.»

Wenn ein Fenaco-Ei für den Konsumenten 70 Prozent teurer ist, funktioniert das Shopping im eigenen Dorf nur mit einer Art Premium-Marketingstrategie.

«Unsere Kunden zahlen das, weil sie dafür eine hohe Sicherheit bezüglich der Lebensmittelherstellung bekommen», erklärte Keller diesen Ansatz. «Nicht ganz zufällig gibt es in Deutschland, das innerhalb Europas die tiefsten Lebensmittepreise hat, auch so viele Lebensmittelskandale.»

Kälte treibt die Preise

Für dieses Jahr hat sich Fenaco eine Reihe weiterer Geschäftseröffnungen in der Romandie vorgenommen. Jeweils ein Viertel der evaluierten Standorte erhält dann einen Laden.

Und auch Fenaco spürt den nassen Frühling. Der Februar und der März waren bei Garten- und Agrarprodukten schwach ausgefallen. Dafür war der Retailhandel gestiegen.

«Der kalte Frühling könnte auch einen Einfluss auf die Preise haben», sagte Keller. Der April habe sich aber bereits besser entwickelt, und wenn der Sommer warm wird, könnte die Grill- und Glacé-Saison die Delle wieder auffangen.

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