Die Bauernvertreter aus SVP, FDP, CVP und BDP befürchten, dass beide Initiativen für die Bauern mehr Vorschriften, Auflagen und Kontrollen bringen. Die Volksbegehren, die am 23. September zur Abstimmung kommen, schiessen ihrer Ansicht nach übers Ziel hinaus.

Die Fair-Food-Initiative der Grünen nehme zwar Themen auf, die auch die Bauern umtrieben, hiess es am Montag an einer Medienkonferenz in Bern. In der Umsetzung würde sie aber neue administrative Hürden und bürokratische Auflagen bringen.

Schon heute produziere die Schweizer Landwirtschaft ökologisch, nachhaltig und im Sinne des Tierwohls, sagte der Freiburger SVP-Nationalrat Pierre-André Page gemäss einer Mitteilung. Da brauche es keine neuen Vorschriften.

Agrar-Initiativen: Darum geht es

Sein Schwyzer Fraktionskollege Marcel Dettling warnte, dass eine Angleichung des Qualitätsniveaus den Schweizer Bauern ein Differenzierungsmerkmal rauben würde. Der einzige Unterschied sei dann noch der Preis, sagte er.

Die Initiative für Ernährungssouveränität lehnt das Bauernkomitee auch darum ab, weil sie dem Bund zahlreiche neue Kompetenzen einräumt. Damit würden die Bauern zu Staatsangestellten degradiert, hiess es.

Breite Zustimmung

Die Fair-Food-Initiative der Grünen will ein grösseres Angebot an Lebensmitteln, die umweltschonend, tierfreundlich und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Der Bund soll solche Lebensmittel fördern und auch für Importprodukte Anforderungen festlegen.

Die Ernährungssouveränitäts-Initiative der Bauerngewerkschaft Uniterre geht weiter: Importprodukte sollen die in der Schweiz geltenden sozialen und ökologischen Normen erfüllen müssen. Auf Produkten, welche den Standards nicht entsprechen, müsste der Bund Zölle erheben. Er könnte die Einfuhr auch verbieten.

Bundesrat hält Initiative für Ernährungssouveränität für gefährlich

Bundesrat hält Initiative für Ernährungssouveränität für gefährlich

Die Ernährungssouveränitäts-Initiative sei gefährlich, warnt Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann. Sie würde zu höheren Preisen führen. Der Bundesrat wählt deutliche Worte, um gegen die Initiative zu werben.

Daneben soll der Bund Massnahmen treffen, um die Zahl der Bäuerinnen und Bauern zu erhöhen und die Kulturflächen zu erhalten. Und er soll für gerechte Preise sorgen.

Eine Umfrage im Auftrag der SRG, die letzte Woche veröffentlicht worden ist, hat eine breite Zustimmung zu beiden Initiativen gezeigt. Auch die Wählerinnen und Wähler von SVP, FDP und CVP sprechen sich mit grosser Mehrheit dafür aus.