Vorsorge

Basler Kantonalbank passt Pensionskasse der Zinssituation an

Filiale der Basler Kantonalbank (Archiv)

Filiale der Basler Kantonalbank (Archiv)

Die Basler Kantonalbank und ihre Tochter Bank Cler justieren ihre Vorsorgeeinrichtung: Sie senken den technischen Zinssatz vom 2,5 auf 1,5 Prozent und schiessen als Arbeitgeber 15 Millionen respektive 10 Millionen Franken in ihre Pensionskasse ein.

Der technische Zinssatz bildet die erwartete Rendite auf Vorsorgekapitalien und Rückstellungen ab. Angesichts anhaltend sehr tiefer Zinsen und steigender Lebenserwartung der Versicherten sieht die Basler Kantonalbank (BKB) "grosse Herausforderungen" für ihre Pensionskasse (PK), wie sie am Montag mitteilte. Ein tieferer technischer Zinssatz solle diese "stärken".

Aus dem tieferen technischen Zinssatz ergeben sich höhere Vorsorgeverpflichtungen, die der Konzern auf die Rentenbezüger, Arbeitgeber und aktive Versicherte aufteilt. Das BKB-Stammhaus beteiligt sich mit 14,7 Millionen Franken und die Bank Cler (früher Bank Coop) mit 9,8 Millionen an der einmaligen Zuweisung an die PK. Beide Banken wollen ihren Anteil in der Jahresabrechnung 2017 beim Personalaufwand verbuchen.

Kein Einfluss auf Jahresergebnis

Auf die zu Jahresbeginn kommunizierten Ziele des BKB-Stammhauses habe dies - stabile Marktverhältnisse vorausgesetzt - keinen Einfluss. Die BKB hat heuer einen Jahresgewinn von 85 bis 95 Millionen Franken im Visier, nach 2016 erzielten 93,3 Millionen. Die Bank Cler hatte für 2016 (noch als Bank Coop) 45,7 Millionen Franken Reingewinn ausgewiesen.

Die Bank Cler will für ihren PK-Zuschussanteil Mittel einsetzen, die mit der Auflösung von Rückstellungen für Ausfallrisiken nicht mehr benötigt würden, wie sie ihrerseits mitteilte. So und dank operativ "erfreulichen Erträgen" solle sich die PK-Zuweisung im Jahresabschluss 2017 nicht substanziell auf Erfolg und Gewinn auswirken.

Zum Jahreswechsel hatte die BKB noch 788 Stellen ausgewiesen, was einem Abbau um fünf Prozent entsprach. Die Bank Cler beziffert ihren Personalbestand auf rund 500 Mitarbeitende. Beide Institute wollen dem in der Branche herrschenden Kostendruck unter anderem mit Digitalisierung und mehr administrativen Synergien begegnen.

Künftig länger arbeiten

Auf die Betroffenen wirkt sich die Neuregelung unterschiedlich aus: Wer vor Inkrafttreten per 1. Januar 2018 in Pension geht, profitiert laut einer BKB-Sprecherin von einer Besitzstandgarantie. Danach werden die Rentenberechnungen angepasst.

Die aktiven Angestellten des BKB-Konzerns müssen künftig ein Jahr länger arbeiten: Das Pensionsalter wird für beide Geschlechter von 64 auf 65 Jahre erhöht. Zudem werden ihre Sparbeiträge um ein Prozent erhöht.

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